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Katalysator Platin Recycling des Katalysators Platin

| Redakteur: Manja Wühr

Edelmetalle, allen voran Platin, sind wichtige katalytische Materialien für eine Vielzahl chemischer Reaktionen. Allerdings ist Platin selten und damit sehr teuer. Ein neues Verfahren ermöglicht nun das Recycling von Platin unter vergleichsweise milden Bedingungen.

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Ein neuartiges Verfahren ermöglicht das Recycling von Platin unter vergleichsweise milden Bedingungen. (Bild: GDCH)
Ein neuartiges Verfahren ermöglicht das Recycling von Platin unter vergleichsweise milden Bedingungen. (Bild: GDCH)

Frankfurt am Main – Wie die Gesellschaft deutscher Chemiker mitteilt, haben Jing-Fang Huang und Hao-Yuan Chen von der National Chung Hsing University in Taiwan ein neues Recyclingverfahren für Platin entwickelt. Die Forscher lösen Platin elektrochemisch in einer Mischung aus Zinkchlorid und einer speziellen ionischen Flüssigkeit auf. Das gebrauchte Platin wird in Form einer Elektrode eingesetzt, Spannung angelegt und die umgebende ionische Flüssigkeit auf etwa 100 °C erhitzt. Das Platin löst sich dann erstaunlich rasch auf. Anschließend lässt sich das gelöste Platin als reines Metall oder als Legierung mit Zink auf einer Trägerelektrode einfach wieder abscheiden, ohne dass die Lösung zuvor behandelt werden muss. Die Wissenschaftler zeigen sich optimistisch, dass sich der Prozess auch auf andere Edelmetalle anpassen lässt.

Ionische Flüssigkeiten

Unter einer ionischen Flüssigkeit versteht man ein organisches Salz, das bereits bei Temperaturen unterhalb von 100 °C geschmolzen vorliegt. Ionische Flüssigkeiten gelten als umweltfreundliche Lösungsmittel, denn sie haben einen extrem geringen Dampfdruck und sind thermisch sehr stabil, sodass sie keine giftigen Stoffe freisetzen. Gleichzeitig verfügen sie über eine hohe ionische Leitfähigkeit, was sie für elektrochemische Anwendungen sehr interessant macht.

Als Lösungsmittel für Platin dienten bisher entweder das stark ätzende Königswasser, eine Mischung aus Salpeter- und Salzsäure, oder die so genannte Piranha-Säure, eine stark oxidierende Mischung aus Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid. Daneben gibt es elektrochemische Verfahren, die aber zumeist hoch toxische Elektrolyte oder korrosive Medien benötigen oder giftige Gase freisetzen können. Außerdem kranken sie an zu geringen Stromdichten und einer Passivierung der Elektroden.

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