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Endokrin wirksame Substanzen Regulierung für endokrin wirksame Substanzen

| Redakteur: Doris Neukirchen

Die schwedische Umweltorganisation ChemSec hat Anfang Mai 2011 die SIN-List 2.0 veröffentlicht. Die aktualisierte Liste wurde um 22 endokrin wirksame Substanzen (EDCs) erweitert, die speziell auf endokrinen Eigenschaften identifiziert wurden, und enthält nun 378 Chemikalien.

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EDCs sind häufig u.a. auch in Spielsachen zu finden. (Bild: Fotolia)
EDCs sind häufig u.a. auch in Spielsachen zu finden. (Bild: Fotolia)

Brüssel/München – Die EDCs wurden wie auch die auf der SIN-List von 2008 gelisteten Chemikalien nach REACH-Kriterien als „besonders besorgniserregende Substanzen“ (SVHC – Substances of very high concern) identifiziert und sollten Ziel einer künftigen Regulierung in der EU werden. Endokrin wirksame Substanzen können das menschliche Hormonsystem stören und werden zunehmend mit einer Reihe von gesundheitlichen Problemen wie Krebs, Diabetes, Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie mit der Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit in Verbindung gebracht. EDCs sind häufig in Lebensmittelverpackungen und Kosmetika, und sogar in Spielsachen zu finden.

Die EU hat den Ehrgeiz die Bedrohung durch EDCs anzugehen, konnte sich bisher jedoch weder auf EDC-Kriterien einigen noch dafür, sie als Substanzengruppe zu behandeln. „Wir ermutigen die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten mit der Nominierung von EDCs für die REACH-Kandidatenliste zu beginnen“, erläutern Per Rosander und Jerker Ligthart von ChemSec. „Die neue Erweiterung der SIN-Liste enthält neueste Forschungsergebnisse und gibt Aufschluss, wo die Politik und Unternehmen starten können.“

27 EU-Mitgliedstaaten haben im Rahmen von REACH vereinbart, die Verwendung von SVHC strikt zu begrenzen. Bisher wurden allerdings nur 46 Chemikalien offiziell als SVHC identifiziert und auf die REACH-Kandidatenliste gesetzt. Keine davon wurde speziell aufgrund ihrer endokrinen Eigenschaften ausgewählt, obwohl sie nach REACH als ebenso problematisch wie andere besonders besorgniserregende Substanzen gelten.

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