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Methodenvalidierung Ringversuche zur Chemikaliensicherheit gestartet

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Ringversuche dienen zur Beurteilung von Prüfverfahren durch verschiedene Laboratorien. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung hat für das Jahr 2017 und 2018 drei neue Ringversuche gestartet. Dabei handelt es sich um Prüfmethoden zur Korrosivität gegenüber Metallen, von Stoffen, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln und zur Bestimmung der unteren Explosionsgrenze von Gasen.

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UN Prüfung N.5: Prüfapparatur zur Bestimmung der Gasentwicklung
UN Prüfung N.5: Prüfapparatur zur Bestimmung der Gasentwicklung
(Bild: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung)

Berlin – Ob Explosion in einem Chemiewerk oder Brand auf einem Gefahrgutfrachter – die Ursachen für Unfälle können vielfältig sein. Prävention beginnt bereits im Prüflabor, wenn Chemikalien auf ihre gefährlichen Eigenschaften getestet werden. Denn auf die richtige Durchführung der Prüfung und Bewertung müssen sich Sicherheitsfachleute, Transporteure oder Händler verlassen können. Ringversuche sind ein Mittel, um Messergebisse auf ihre Zuverlässigkeit hin zu überprüfen. Daher startet die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) nun gemeinsam mit den Partnern Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Braunschweig, und dem Unternehmen Quodata Quality & Statistics aus Dresden, drei weitere Ringversuche.

Seit zehn Jahren in Ringversuchen engagiert

Die gefährlichen Eigenschaften von Gefahrstoffen und Gefahrgütern müssen bekannt sein, um die Risiken bei deren Handhabung richtig abschätzen zu können. Dazu sind Prüfmethoden entwickelt worden, die weltweit angewendet werden. Doch so manch eine Methodenbeschreibung lässt einen zu großen Interpretationsspielraum zu. „Wir müssen genau wissen, wie gut die Methode ist, mit der ein Gefahrgut oder Gefahrstoff klassifiziert wird. Man kann durchaus auch einfache Methoden mit großen Fehlergrenzen wählen, aber das muss man angeben, damit die Sicherheitsfachleute korrekt bewerten und entscheiden können“, sagt Dr. Peter Lüth, Wissenschaftler in Abteilung Chemische Sicherheitstechnik der BAM, der das Ringversuchsprogramm federführend leitet.

Das erste Ringversuchsprogramm zur Einstufung von physikalischen Gefahren von Chemikalien startete Lüth bereits vor zehn Jahren. Eine Erfolgsgeschichte, denn heute beteiligen sich rund 90 Laboratorien weltweit an den Ringversuchen. BAM, PTB und Quodata GmbH haben deshalb ein gemeinsames Kompetenzzentrum zur Qualitätssicherung für Prüfungen von Gefahrgütern und Gefahrstoffen, CEQAT-DGHS, eingerichtet.

Drei neue Ringversuch für 2017 und 2018

Drei neue Ringversuche zur Methodenvalidierung werden derzeit vorbereitet und in den Jahren 2017 bis 2018 durchgeführt. Dabei handelt es sich um Prüfmethoden zur Korrosivität gegenüber Metallen (UN Prüfung C.1), von Stoffen, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln (UN Prüfung N.5) und zur Bestimmung der unteren Explosionsgrenze von Gasen.

„Mit den Ringversuchen zeigen wir, wie gut die Methode geeignet ist und ob alle Laboratorien zu dem gleichen Ergebnis kommen. Nur auf die Erfahrung eines Prüfers oder einer Prüferin zu setzen, heißt noch lange nicht, dass die Messergebnisse richtig sind. Kontrollmöglichkeiten durch Training, Fortbildung, Referenzmaterialien oder Ringversuche, Qualitätssicherung von Arbeitsabläufen helfen Fehler zu erkennen und zu vermeiden. So schaffen wir hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie“, so Lüth weiter.

Laboratorien, die sich auf diese Prüfungen spezialisiert haben, sind aufgefordert, an den Ringversuchen teilzunehmen. Interessierte können sich auf der Webseite des CEQAT-DGHS informieren und zur Teilnahme am Ringversuch anmelden.

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