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Wasserversorgung Risikomanagement in der Wasserversorgung

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Jörg Kempf

Vor zehn Jahren wurde in den WHO-Leitlinien für Trinkwasserqualität erstmals die Umsetzung des Water-Safety-Plan-Ansatzes empfohlen, einem prozessorientierten Risikomanagementsystem für die Wasserversorgung. Wie ist der Stand der Umsetzung?

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Sicherheit in der Trinkwasserversorgung: Wichtig ist es, den ersten Schritt zu tun.
Sicherheit in der Trinkwasserversorgung: Wichtig ist es, den ersten Schritt zu tun.
(Bild: © Trueffelpix - Fotolia )

Zum Hintergrund: Die im September 2004 veröffentlichten neuen WHO-Trinkwasserleitlinien stellten gegenüber der bisherigen Fassung einen Paradigmenwechsel dar. Im Vordergrund steht nicht mehr die Überwachung der Trinkwasserqualität am Wasserhahn, sondern die umfassende Analyse der Versorgungssysteme sowie die Steuerung der Prozesse durch einen so genannten Water-Safety-Plan.

Es ist rechtzeitig festzustellen, welche Gefahrenpotenziale in der jeweiligen Versorgung unter welchen Umständen zu welchem Risiko für die menschliche Gesundheit führen können (systematische Gefahrenanalyse und Risikobewertung – HACCP-Konzept: Hazard Analysis and Critical Control Points). Der große Vorteil ist, dass man mithilfe eines HACCP-Konzepts von der Endproduktkontrolle (soll heißen: von der reinen Fehlersuche) zur kontrollierten Fehlervermeidung gelangt – eine gänzlich andere Vorgehensweise also.

Insbesondere werden auch potenzielle Gefahren in Bereichen erkannt, in denen bisher noch keine Fehler aufgetreten sind. Der DVGW veröffentlichte daraufhin den Hinweis W 1001 zur „Sicherheit in der Trinkwasserversorgung – Risikomanagement im Normalbetrieb“. Als DIN EN 15975-2 wurde das Thema auch in die Normen aufgenommen.

Das Technologiezentrum Wasser TZW hat in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von nationalen und internationalen Projekten, Forschungsarbeiten und Aufträgen für Wasserversorgungsunternehmen zum Themenfeld Risikomanagement durchgeführt und damit die Einführung in die Praxis der Trinkwasserversorgung unterstützt. Der Schwerpunkt der Forschungsvorhaben lag meist auf konzeptionellen Arbeiten zur Methodenentwicklung, die in der Regel an Testgebieten auf ihre Praxistauglichkeit hin untersucht wurden.

Ein vor Kurzem in Kooperation mit dem Umweltbundesamt (UBA) durchgeführtes Vorhaben befasste sich mit der Umsetzung des WSP-Ansatzes. Mehr auf der nächsten Seite ...

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