Suchen

Anwendertreffen Röntgenmikroskopie Röntgenblick in 3D

| Autor / Redakteur: Ilka Ottleben* / Dr. Ilka Ottleben

Röntgenmikroskope ermöglichen die 3D-Abbildung von Strukturen innerhalb von intransparenten Proben und Objekten und erreichen dabei eine Auflösung von bis zu 50 Nanometern. Wie vielfältig ihre Anwendungen an der Schnittstelle zur Lichtmikroskopie sind, zeigte jüngst ein Anwenderforum.

Firmen zum Thema

Rund 50 Teilnehmer des Forums Mikroskopie Trends '14 tauschten sich Anfang Januar in Göttingen über Techniken und Anwendungen an der Schnittstelle von Licht- und Röntgenmikroskopie aus.
Rund 50 Teilnehmer des Forums Mikroskopie Trends '14 tauschten sich Anfang Januar in Göttingen über Techniken und Anwendungen an der Schnittstelle von Licht- und Röntgenmikroskopie aus.
(Bild: Thomas Fahlbusch/PhotonicNet)

Röntgenmikroskope schließen hinsichtlich ihrer Auflösung die Lücke zwischen Licht- und Elektronenmikroskopie. Gerade auf die Schnittstelle von Licht- und Röntgenmikroskopie fokussierte daher das diesjährige Mikroskopieforum, das von Photonic-Net, dem niedersächsischen Kompetenznetz für Optische Technologien in Kooperation mit Carl Zeiss Microscopy ausgerichtet wurde. Mitte Januar trafen sich dazu rund 50 Anwender und Experten in Göttingen, um sich über grundsätzliche Techniken und deren Anwendungen auszutauschen. Die ausgewählten Vorträge der Veranstaltung spiegelten beispielhaft das enorm breite Anwendungsspektrum dieser unterschiedlichen Mikroskopie-Techniken wider.

Von der Materialanalyse bis hin zu biologischen Proben

Aus dem Bereich der Materialanalyse berichtete beispielsweise Dr. Peter Krüger vom Fraunhofer Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren, Dresden, über Laborbasierte Röntgenmikroskopie und Nanotomographie und erläuterte dabei, wie sich die Techniken für Material-Entwicklung, Qualitätskontrolle oder Echtheitskontrolle nutzen lassen. Für Schmunzeln insbesondere auch bei der ihm nachfolgenden Referentin Dr. Wiebke Möbius vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin Abt. Neurogenetik, Göttingen, sorgte seine Aussage, dass Proben wie beispielsweise Kondensatoren mitunter im Rahmen der Probenvorbereitung mit Hammer und Mörser „zu Leibe gerückt“ werde. Diese Randbemerkung verdeutlicht jedoch auf anschauliche Weise das Spektrum der dargestellten Anwendungen einerseits. Andererseits ist es je nach Anwendung aber oft schon die viel unterschätze Probenvorbereitung, die das Analysenergebnis maßgeblich beeinflusst.

Insbesondere bei biologischen Proben ist das Ziel natürlich immer, die Probe möglichst nah am nativen Zustand abzubilden. „Was ist eigentlich repräsentiert in einer Probe? Ist es wirklich die Probe oder nur noch ein Gerüst, eingebettet in Schwermetalle in einem Plastikblock? – Das ist ein Thema unter Biologen“, verdeutlichte Möbius im Rahmen ihres Vortrags. Der Probenvorbereitung wird in ihrer Arbeitsgruppe daher viel an Aufmerksamkeit gewidmet. Im Rahmen ihres Vortrags stellte sie eine spezielle Technik der Gefriersubsitution vor, die es ermöglicht, native Proben in 3D per Cryo FIB-SEM zu analysieren, ohne dass dabei biologische Information verloren geht. Die Cryo FIB-SEM eigne sich insbesondere für Proben, die voll hydratisiert bleiben müssen, beispielsweise Biofilme oder Hautproben. Zudem eröffneten die neuen Kontrastierungsmöglichkeiten der Cryo FIB-SEM und die Möglichkeit, extrem feine Schnitte darzustellen, vollkommen neue Möglichkeiten bei der Untersuchung der Proben.

* Dr. I. Ottleben: Redaktion LABORPRAXIS, E-Mail ilka.ottleben@vogel.de

(ID:42518346)