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Laborchemikalien in guten Händen Rücknahmesystem erleichtert Entsorgung von Laborchemikalien

Autor / Redakteur: Thomas Leschke* / Dr. Ilka Ottleben

Die ordnungsgemäße Entsorgung von Laborchemikalien ist für die Umwelt eine wichtige jedoch gleichwohl für Laborbetreiber eine aufwändige Aufgabe. Eine komfortable und zuverlässige Lösung bietet nun Omnilab-Laborzentrum in Kooperation mit dem Entsorgungsfachbetrieb Becker + Brügesch.

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Abb. 1a: Ein neues Rücknahmesystem bietet eine komfortable und zuverlässige Lösung ...
Abb. 1a: Ein neues Rücknahmesystem bietet eine komfortable und zuverlässige Lösung ...
(Bild: Becker + Brügesch)

Seit etwa 40 Jahren nimmt die Gesellschaft die Umwelt und Natur bewusster war und sorgt sich um die Erhaltung der Erde. Die Verschmutzungssituation von Gewässern und terrestrischen Regionen sowie begrenzte Rohstoffvorkommen führen inzwischen zu restriktiveren Vorgaben an Unternehmen. Herstellungsverfahren und andere betriebsbedingte Prozesse werden kontinuierlich optimiert, um den Einsatz von Rohstoffen und Energie auf ein Minimum zu reduzieren. Dieses geschieht einhergehend mit der Reduktion von Abfallprodukten, die nach Möglichkeit die Umwelt inklusive Mensch, Tier und Pflanze nicht schädigen sollen. Auch die aktuellen Gesetze zur Abfallwirtschaft versuchen dies zunehmend abzubilden: Hier geht es um Ressourcenschonung, Energieeinsparung sowie Wiederaufbereitung von Abfallprodukten, um diese erneut in Produktionskreisläufe einbringen zu können. Lassen sich gefährliche Abfälle nicht vollständig vermeiden, so gilt es für jeden gewerblichen Abfallerzeuger, und somit auch für jeden Laborbetreiber, die durch die Tätigkeit entstehenden oder verbleibenden, gefährlichen Abfälle mit besonderer Aufmerksamkeit zu behandeln.

Abbildung 2 zeigt die Abfallmengen gefährlicher Abfälle, über die Nachweise zu führen sind (sog. „Sondermüll“) sowie die Anzahl der Abfallerzeuger in Deutschland für den Zeitraum 1996 bis 2012. Demnach hat die Zahl der Abfallerzeuger deutlich abgenommen und liegt seit der Jahrtausendwende zwischen 20 000 und 25 000. Diese erzeugen seit gut zehn Jahren etwa 20 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle pro Jahr [1]. In welchen Bundesländern welche Mengen „Sondermüll“ anfallen, zeigt Abbildung 3 für 2011 und 2012. Ferner vermittelt diese Grafik die Menge, die als Primärabfall entsteht. Diese Abfälle kommen ursächlich aus der Produktion oder anderen Prozessen. Als Sekundärabfall werden die Restmengen aus Abfallaufbereitungsanlagen bezeichnet, die nicht weiter behandelt werden können.

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Die vorgenannten Abfallmengen fassen Stoffe zusammen, die in 20 Abfallkapitel unterteilt sind. Jedes Kapitel ist in Abfallgruppen und nachrangig in Abfallarten aufgesplittet. Die Abfallarten sind mit sechsstelligen Ziffernfolgen, den sogenannten Abfallschlüsseln, definiert. Laborchemikalien zählen hier zum Abfallkapitel 16: „Abfälle, die nicht anderswo im Verzeichnis aufgeführt sind“ [1].

Entsorgung von Laborchemikalien – es ist vieles zu beachten

Bereits beim Bezug, bei der Lagerung und der Handhabung von Laborchemikalien ist eine ganze Reihe von Vorschriften unterschiedlicher Rechtsgebiete zu beachten, die den Schutz der Umwelt zum Ziel haben. Sind diese Chemikalien nach Gebrauch zu entsorgen, greifen die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG), der Abfallverzeichnisverordnung (AVV), der Nachweisverordnung (NachwV) und weiterer Gesetze und Verordnungen der einzelnen Bundesländer. Um allen Vorgaben und Auflagen gerecht zu werden und sie zu erfüllen, ist die Unterstützung durch ein fachkompetentes Unternehmen für die Entsorgung gefährlicher Abfälle dringend erforderlich.

Bei der Auswahl eines Entsorgungsunternehmens sollten Labore besonders sorgfältig vorgehen. Denn der Abfallerzeuger, also der Laborinhaber, ist für seinen Abfall verantwortlich, bis dieser eine zugelassene Entsorgungsanlage oder ein Zwischenlager erreicht hat. Die Haftung des Labors endet also nicht mit der Übergabe des Abfalls an ein Entsorgungsunternehmen. Darum sollten ausschließlich zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe beauftragt werden sowie der Entsorgungsweg hinterfragt werden.

Bei der Abholung der gebrauchten Laborchemikalien durch das Entsorgungsunternehmen quittiert der Laborinhaber die Übergabe des Abfalls mittels elektronischer Signatur als Einzelentsorgungsnachweis oder als Sammelentsorgungsnachweis auf dem Übernahmeschein, von dem ein Durchschlag im Labor verbleibt. Die Wahl des Nachweisverfahrens ist von der Menge an gefährlichen Abfällen abhängig, die insgesamt beim Abfallerzeuger pro Jahr anfallen. Ab einer Menge von 20 Tonnen pro Jahr sind Einzelentsorgungsnachweise vorgeschrieben. In beiden Fällen ist aber vom Labor ein Register zu führen, mit dem die Aufsichtsbehörde die ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle kontrollieren kann.

Zusätzlich fallen bei der Entsorgung der Laborchemikalien Kosten an, und zwar für die Anfahrt des Entsorgungsfahrzeuges, den Einzel- bzw. Sammelentsorgungsnachweis sowie die Entsorgung selbst, die an das Entsorgungsunternehmen zu zahlen sind. Nimmt ein gewerblicher Abfallerzeuger den Transport zu einer Entsorgungsanlage oder einem Zwischenlager selbst vor, ist diese Beförderung im Vorfeld von der zuständigen Behörde zu genehmigen. Je nach der Zusammensetzung dieser Abfälle darf der Transport nur von Fachbetrieben mit Sonderzulassungen durchgeführt werden.

Alles in einer Hand – Rücknahmesystem für Laborchemikalien

Dieser komplexen Thematik einer ordnungsgemäßen Entsorgung von Laborchemikalien haben sich nun die Unternehmen Omnilab-Laborzentrum und Becker + Brügesch angenommen. Ziel war es, den Kunden von Omnilab einen sicheren, komfortablen und kostengünstigen Service für die Entsorgung der Laborchemikalien zu bieten. Hierzu hat der Bremer Laborgroßhändler auf Antrag beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen einen bundesweit gültigen Freistellungsbescheid gemäß KrWG erwirkt, wodurch er mit nennenswerten Vereinfachungen im Entsorgungsvorgang zur freiwilligen Rücknahme gefährlicher Abfälle zur Verwertung berechtigt ist. Dieser Freistellungsbescheid gilt nur für Chemikalien, die von Omnilab vertrieben wurden. Über diese Freistellung gelten für Omnilab-Kunden deutlich geminderte abfallrechtliche Bedingungen. So entfallen etwa Einzel- oder Sammelentsorgungsnachweise.

Um die vereinfachte Entsorgung durch das neue Rücknahmesystem nutzen zu können, meldet der Kunde seinen Bedarf bei Omnilab an. Hier wird zunächst geprüft, ob die zur Entsorgung gemeldeten Substanzen aus einer Lieferung des Laborgroßhändlers stammen. Danach wird ein Paketdienst oder eine Spedition mit der Abholung der Chemikalien beauftragt. Der Kunde wird über den Zeitpunkt der Abholung informiert und erhält alle notwendigen Versandpapiere und -etiketten. Das Labor verpackt die Chemikalien in der Originalverpackung und bringt die mitgelieferten Aufkleber sowie gegebenenfalls ein Gefahrgutlabel gemäß Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn, Binnenschiff (GGVSEB) an. Bei Bedarf stellt Omnilab neues, geeignetes Verpackungsmaterial zur Verfügung. Mit der Übergabe der Chemikalien an den beauftragten Transporteur ist der Vorgang für den Kunden abgeschlossen. Als Beleg der ordnungsgemäßen Entsorgung der Chemikalien gegenüber den Aufsichtsbehörden führt der Kunde zum Nachweis ein aus den Lieferscheinen bestehendes Register.

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Die übergebenen Chemikalien gelangen in das Zwischenlager eines spezialisierten Entsorgungsunternehmens. Dort werden die abrechnungsrelevanten Mengen festgestellt und die weitere, umweltgerechte Entsorgung in einer dafür geeigneten, speziellen Verbrennungsanlage organisiert. Zur transparenten Darstellung der im Rahmen des Rücknahmesystems entsorgten Abfälle erhält die zentrale Geschäftsstelle der Länderarbeitsgruppe Gemeinsame Abfall-DV-Systeme (LAG GADSYS) regelmäßig einen umfassenden Bericht von Becker + Brügesch. Von hier aus werden die einzelnen Bundesländer über die in ihrem Bereich angefallenen Abfallmengen informiert. Diese Informationspflicht besteht, da eigentlich jeder Transport von den jeweiligen Landesbehörden registriert werden müsste. Mit dem Freistellungsbescheid entfallen im Vorfeld der Transporte diese Dokumentationen bundesweit.

Geringer Abwicklungs-Aufwand bei der Chemikalien-Entsorgung

Das Omnilab-Rücknahmesystem für gebrauchte Laborchemikalien ermöglicht Kunden, mit geringem Aufwand in der Abwicklung eine sichere, kostengünstige und gleichzeitig ordnungsgemäße sowie umweltgerechte Entsorgung der Chemikalien zu erzielen. Omnilab kommt mit dieser Dienstleistung seiner Verantwortung für die vom Unternehmen vertriebenen Produkte auch nach deren originärer Nutzung zum Schutz der Umwelt nach.

Literatur:

[1] Statistisches Bundesamt (2014): Umwelt, Abfallentsorgung 2012, Fachserie 19, Reihe 1, erschienen am 29.07.2014

* T. Leschke:Becker + Brügesch Entsorgungs GmbH, 28197 Bremen

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