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Geschäftsentwicklung Sartorius startet trotz Corona-Krise erfolgreich ins Geschäftsjahr 2020

Redakteur: Doris Popp

Sartorius ist mit deutlich zweistelligem Wachstum bei Auftragseingang, Umsatz und Ertrag dynamisch in das Geschäftsjahr 2020 gestartet. Laut Geschäftsleitung sei das Unternehmen vom staatlichen Corona-Lockdown relativ wenig betroffen bzw. ausgenommen.

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Joachim Kreuzburg, Sartorius-Konzernchef: „Wir sind in Summe sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen des ersten Quartals und zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf“.
Joachim Kreuzburg, Sartorius-Konzernchef: „Wir sind in Summe sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen des ersten Quartals und zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf“.
(Bild: Sartorius)

Göttingen – „Natürlich stellt die Coronavirus-Pandemie auch uns vor operative Herausforderungen, die wir aber bislang erfolgreich bewältigen konnten“, sagte Konzernchef Joachim Kreuzburg. Er verwies darauf, dass Sartorius als ein für den Gesundheitssektor relevantes Unternehmen von staatlichen Lockdowns relativ wenig betroffen oder ausgenommen sei und deshalb die Produktion in allen Werken weitgehend unterbrechungsfrei laufe. Auch Lieferketten konnten überwiegend intakt gehalten werden. „Allerdings sind natürlich auch bei Sartorius sämtliche Arbeitsabläufe durch die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen an allen Standorten weltweit betroffen, unsere Kundenkontakte, die Übergänge der Produktionsschichten und die auf Homeoffice umgestellte Büroarbeit.“ Mit Blick auf die Auftragslage gäbe es in den Sparten unterschiedliche Effekte. So habe der Stillstand der wirtschaftlichen Aktivität in China in den Monaten Januar und Februar die Nachfrage nach Laborinstrumenten spürbar gedämpft. Hingegen sei die Nachfrage nach Verbrauchsmaterial für die Produktion von Medikamenten und Impfstoffen sowie für diagnostische Testkits zuletzt lebhaft gestiegen und teilweise von Vorzieheffekten durch Lageraufbau geprägt gewesen. „Auf Konzernebene haben sich solche gegenläufigen Effekte weitgehend ausgeglichen“, sagte Kreuzburg.

Geschäftsentwicklung im Konzern

Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal gegenüber einer moderaten Vorjahresbasis währungsbereinigt um 16,5% auf 509,9 Mio. Euro (nominal +17,0%). Die Akquisition des Zellkulturmedienspezialisten Biological Industries, die Sartorius im Dezember 2019 abgeschlossen hatte, trug wie erwartet gut einen Prozentpunkt zum Wachstum bei. Der Auftragseingang erhöhte sich um 29,7% auf 629,4 Mio. Euro (nominal +30,4%). Das operative EBITDA lag bei 137,9 Mio. Euro nach 114,0 Mio. Euro im Vorjahr (+20,9%). Die entsprechende Marge war positiv durch Skaleneffekte und leicht negativ durch Wechselkurse beeinflusst und erhöhte sich auf 27,0% (VJ: 26,2%). Der maßgebliche Konzernnettogewinn2 stieg um 17,5% auf 57,1 Mio. Euro; der Gewinn je Stammaktie lag bei 0,83 Euro (VJ: 0,71 Euro), der Gewinn je Vorzugsaktie bei 0,84 Euro (VJ: 0,72 Euro).

Geschäftsentwicklung in den Regionen

Sartorius hat seine Umsätze in allen Geschäftsregionen in fast identischem Maße zweistellig gesteigert. Die Region Amerika schloss das erste Quartal mit einem Umsatzplus von 17,1% auf 180,7 Mio. Euro ab. In Asien/Pazifik stiegen die Umsätze um 16,3% auf 122,2 Mio. Euro. Während die Bioprozess-Sparte in dieser Region größere Equipment-Aufträge gewinnen konnte, verzeichnete die Laborsparte vor allem in den ersten beiden Monaten des Jahres einen deutlichen Umsatzrückgang. Im März zogen die Geschäfte in China hingegen wieder an. In der Region EMEA3 erwirtschaftete Sartorius 207,0 Mio. Euro, was im Vergleich zum ersten Quartal 2019 einem Umsatzplus von 16,1% entspricht.

Geschäftsentwicklung der Sparten

Die Sparte Bioprocess Solutions, die eine breite Palette innovativer Technologien für die Herstellung von Biopharmazeutika anbietet, erzielte gegenüber einem relativ moderaten Vorjahresquartal einen Umsatzanstieg von 22,4% (nominal +22,9%) auf 394,3 Mio. Euro. Der anorganische Wachstumsbeitrag durch die Akquisition von Biological Industries betrug knapp einen Prozentpunkt. Mit rund zwei Prozentpunkten Wachstumsbeitrag deutlich bemerkbar machten sich Vorzieheffekte von Kunden, die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ihre Lager aufstockten. Noch dynamischer als der Umsatz erhöhte sich der Auftragseingang mit einem Plus von 39,6% (nominal +40,3%) auf 506,2 Mio. Euro, der stark beeinflusst war von größeren Equipment-Aufträgen aus China sowie oben beschriebenen Vorzieheffekten. Das operative EBITDA der Sparte stieg aufgrund von Skaleneffekten und trotz leicht negativer Währungseffekte auf 119,9 Mio. Euro (VJ: 90,9 Mio. Euro). Die entsprechende Marge belief sich auf 30,4% gegenüber 28,3% in der Vergleichsperiode.

Die Entwicklung der Sparte Lab Products & Services, die auf Technologien für Labore vor allem der Pharmabranche und Life-Science-Forschung spezialisiert ist, war im ersten Quartal durch die in China stark reduzierte Nachfrage vor allem nach Laborinstrumenten beeinflusst. Die Auswirkung der Pandemiekrise betrug etwa -6 Prozentpunkte auf den Spartenumsatz, der sich mit einem Plus von 0,1% (nominal +0,5%) auf 115,6 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres bewegte. Der anorganische Wachstumsbeitrag durch den Zukauf von Biological Industries betrug ungefähr 2,5 Prozentpunkte. Der Auftragseingang stieg gegenüber der Vorjahresbasis leicht um 0,5% (nominal +0,9%) auf 123,3 Mio. Euro. Das operative EBITDA der Sparte belief sich auf 18,0 Mio. Euro (VJ: 23,2 Mio. Euro); die entsprechende Marge lag mit 15,6% unter dem Wert des Vorjahres von 20,1%. Maßgeblich hierfür waren neben der durch die Corona-Krise in China bedingten schwachen Kapazitätsauslastung zu Jahresbeginn auch deutlich negative Wechselkurseffekte.

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(Angaben zum Umsatz und Auftragseingang währungsbereinigt. Umsätze und Margen der Sparten in der Vergleichsperiode wegen der veränderten Zuordnung zweier kleiner Produktsegmente angepasst.)

Zentrale Bilanz- und Finanzkennziffern

Der Sartorius Konzern ist bilanziell und finanziell sehr solide aufgestellt. Die Eigenkapitalquote stieg auf 39,0% (31.12.2019: 38,0%). Der dynamische Verschuldungsgrad verringerte sich auf 1,8 (31.12.2019: 2,0). Der Umfang der Investitionen wurde aufgrund der Corona-Pandemie im ersten Quartal etwas stärker als ohnehin geplant reduziert. Entsprechend lag die Investitionsquote nach den ersten drei Monaten bei 8,8% nach 12,9% im Vorjahresquartal.

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