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Point-of-Care-Tests Schnellere Diagnostik – nicht nur im Notfall

Point-of-Care-Tests kommen dort zum Einsatz, wo sich der Patient aufhält. Und sparen damit Laborlogistik, Zeit und Geld. Im Interview mit MEDICA.de erklärt Jürgen Neumann von LRE Medical, wie das in der Notfallmedizin hilft – und darüber hinaus.

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(Bild: PantherMedia / fotoquique)

Herr Neumann, welchen Stellenwert haben Point-of-Care-Testgeräte in der Notfallversorgung?

Jürgen Neumann: Ihre Bedeutung nimmt deutlich zu. „Point-of-Care“ (kurz: PoC) bedeutet ja immer, direkt am Patienten zu sein. Ein Notarzt hat am Einsatzort natürlich kein großes Labor zur Verfügung wie ein Krankenhaus. PoC-Tests sind deshalb deutlich schneller als eine Laboranalyse. Das hat nicht nur klinische, sondern auch organisatorische und letztendlich ökonomische Vorteile, weil der Arzt schneller reagieren kann.

Jürgen Neuman
Jürgen Neuman
(Bild: (c) by Stephan Glathe)

In welchen Situationen werden PoC-Geräte hier genutzt?

Neumann: Das sind Situationen, in denen schnellere Ergebnisse auch kürzere Wege und dadurch effizientere Abläufe ermöglichen. Zurzeit ist das etwa beim Verdacht auf einen Herzinfarkt oder bei Blutgasanalysen der Fall. Da gibt es mittlerweile Geräte, die Ergebnisse innerhalb einer Viertelstunde liefern, während das Krankenhauslabor etwa drei bis vier Stunden benötigt. Mit diesem Wissen kann der Notarzt bereits erste Maßnahmen einleiten.

Was ist wichtig bei der Entwicklung eines PoC-Testgeräts?

Neumann: Für den Notfalleinsatz muss es robust sein, es muss benutzerfreundlich und intuitiv bedient werden können und Ergebnisse eindeutig und gut erkennbar zeigen. Das bietet schnelle Sicherheit.

Im Inneren laufen während der Testung komplexe biochemische Prozesse ab, etwa bei der Testung auf eine Infektionskrankheit wie Hepatitis oder das Corona-Virus. Eine Patientenprobe muss ganz genau verarbeitet werden, sodass die Analyse funktioniert: Mischen der Probe mit einem Reagenz, heizen, abkühlen, optisch auslesen und in einer Software verarbeiten und darstellen. Das muss sicher und genau in der Kürze der Zeit durchgeführt werden. Daraus entsteht auch in der Konstruktion eine große Komplexität.

Das ist auch die Kunst, die wir unseren Kunden anbieten: Aus diesen ganzen technischen Facetten das kleinstmögliche Gerät mit dem besten Testergebnis auf die Beine zu stellen. Jeder würde sich heute freuen, überspitzt gesagt, ein PCR-Gerät für die Hosentasche zu haben. So weit ist aber die Technik noch nicht.

Haben Sie denn während der Corona-Pandemie eine erhöhte Nachfrage festgestellt?

Neumann: Ja, aber unsere Geräte wurden natürlich nicht mit SARS-CoV-2 im Kopf entwickelt, sondern um unterschiedliche Viren- oder Bakterienkombinationen zu ermitteln, von denen das Corona-Virus inzwischen eines ist.

Seit Beginn der Pandemie wurden unsere Geräte genutzt, um die PCR-Kapazität flexibel zu steigern. Sie wurden zum Beispiel an Flughäfen genutzt, um dort Testzentren aufzubauen. Das sind natürlich Nachfrageeffekte, die uns positiv betroffen haben.

Hat die Corona-Pandemie auch Innovationen hervorgebracht?

Neumann: Definitiv. Einerseits sind da mobile Testzentren, andererseits haben PoC-Geräte auch ganz neue Kundenkreise im Tourismus und der Veranstaltungsbranche gefunden. Diese Entwicklung ist, glaube ich, noch nicht am Ende. Gerade bei Veranstaltungen, bei denen man nicht ohne Schnelltest rein kann. Ist der Schnelltest positiv, könnte man dann mit PoC innerhalb einer Stunde einen PCR-Test durchführen. Das wäre ein Ansatz für neue Business-Modelle.

Welche Trends sehen Sie noch für den Einsatz von PoC-Geräten?

Neumann: Jeder Arzt könnte in fünf Jahren so ein Gerät in der Praxis haben. Das wird natürlich auch Innovationen treiben: Heutige Geräte bieten relativ breite, komplexe Lösungen. Da wird es auch Derivate geben, die sich nur auf bestimmte Themen fokussieren und damit preiswerter sein werden.

Wenn wir in die Regelversorgung schauen, stärkt der Geschwindigkeitsvorteil auch hier PoC: Wer als Patient heute beim Arzt eine Blutprobe abgibt, muss drei bis vier Tage auf das Ergebnis warten, weil ein externes Labor die Analyse durchführt. Wenn der Arzt ein PoC-Gerät nutzt, kann das Ergebnis schon in zwei Stunden vorliegen. Das verringert die Warte- und die Leidenszeit für Patienten deutlich.

Auch die Flexibilität spielt eine Rolle. Gerade jetzt in der Corona-Pandemie sehen wir das. Wenn bestimmte Orte wie Flughäfen, Hotels oder Kinos wieder öffnen, sind sie mit mobilen PoC-Geräten sehr flexibel. Wer hätte vor 2020 gedacht, dass es dort Testzentren geben wird? Niemand! Das zeigt auch, wie sich hier eine neue Wahrnehmung und eine neue Notwendigkeit herauskristallisieren.

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