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Pharmaindustrie

Schwellenländer als Wachstumshebel für die Pharmaindustrie

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Diese Absichten werden mit Investitionen untermauert: Demnach planen bereits 78 % den weiteren Ausbau der lokalen Niederlassungen in BRICMT. Hier zeigt sich das hohe Vertrauen in die Stabilität dieser Länder. Zum Vergleich: 43 % halten solche Schritte auch in 2nd tier-markets für lohnend, während das Gros der Entscheider trotz der prognostizierten Wachstumsraten in Afrika zurückhaltend bleibt (28 %). Hier werden derzeit Kooperationen bevorzugt, etwa mit der Regierung oder lokalen Vertriebspartnern.

Die Anpassung an die neuen Marktverhältnisse erfolgt zügig: Beispielsweise erwarten 67 %, dass schon in fünf bis zehn Jahren die Marketing & Sales-Ansätze in BRICMT-Ländern den etablierten Vorgehen ähneln. Das hat Folgen für das klassische Operating Model der Konzerne: Laut Mehrheit der Interviewten wird sich die Verantwortung von den Zentralen auf die regionalen und lokalen Sitze verlagern.

„Die größte Herausforderung ist, vor Ort qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren und sie langfristig an das Unternehmen zu binden“, kommentiert Matthias Bünte, Partner der Pharma-Practice bei Booz & Company. Aufgrund des zweistelligen Wachstums des Bedarfs an gut ausgebildeten Mitarbeitern in Schwellenländern ist die Fluktuation überproportional hoch.

Zunahme von Zivilisationskrankheiten fördert neue Geschäftsmöglichkeiten

Eine exzellente Kenntnis der regionalen Strukturen ist immens wichtig – schließlich gilt der Marktzugang als größte Hürde in Entwicklungsländern. Gut zwei Drittel kritisierten laut der Studie die mangelnde Finanzierung durch die öffentliche Hand (68 %), gefolgt von der fehlenden Infrastruktur (67 %) und der generellen Frage der Bezahlbarkeit (64 %).

Die sich ändernden Krankheitsbilder sind indes Risiko und Chance. Durch die deutliche Zunahme von Zivilisationskrankheiten ergeben sich neue Geschäftsmöglichkeiten: 49 % sagen voraus, dass die Zahl der Diabetes-Patienten in den kommenden fünf Jahren um mehr als 20 % steigen wird; ein Drittel antizipiert ein ebensolches Wachstum für Krebserkrankungen. In der Folge verändert sich auch die Bedeutung der Marktteilnehmer: 78 % prognostizieren, dass Payors wichtiger werden, 58 % sagen Krankenhäusern eine wachsende Relevanz voraus.

* Quelle: Booz & Company

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