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Messtechnik Sensor misst die Zusammensetzung von Flüssigkeiten

| Redakteur: Tobias Hüser

Wissenschaftler der Universität Saarland haben einen Sensor entwickelt, der die Zusammensetzung von Flüssigkeiten aus zwei Komponenten messen kann. Ihr Schlüssel zum Erfolg: Der Sensor erkennt, wie sich Wärme in der Flüssigkeit ausbreitet.

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Für die industrielle Anwendung ist der Chip zwar noch nicht genau genug – Professor Schütze und sein Doktorant Bastian Schmitt sind sich aber sicher, den Sensor bis zur Marktreife entwickeln zu können. (Bild: Oliver Dietze)
Für die industrielle Anwendung ist der Chip zwar noch nicht genau genug – Professor Schütze und sein Doktorant Bastian Schmitt sind sich aber sicher, den Sensor bis zur Marktreife entwickeln zu können. (Bild: Oliver Dietze)

Saarbrücken – Das Ergebnis ist nicht größer als ein Zwei-Euro-Stück. Mit einem Messsensor, der unter der Leitung des Doktoranten Bastian Schmitt am Lehrstuhl für Messtechnik der Universität Saarland entwickelt wurde, kann das Verhältnis zweier gemischter Flüssigkeiten ermittelt werden.

„Der Sensor misst, wie sich Wärme in der zu untersuchenden Flüssigkeit ausbreitet. So kann man Rückschlüsse über das Mischungsverhältnis der beiden Flüssigkeiten gewinnen, denn die Wärme breitet sich je nach Verhältnis unterschiedlich schnell aus“, erklärt der Wissenschaftler. Dabei soll der Chip nur aus einer dünnen Folie, einem Heizer auf der Folie und einer simplen Messelektronik bestehen.

Laut Schmitt sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig: Beispielsweise kann das Flüssigkeitsverhältnis von Methanol zu Wasser in Brennstoffzellen bestimmt werden. Auch Verunreinigungen in Lebensmitteln soll der Sensor erkennen. „Gerade für Zweikomponentengemische wie die Harnstoff-Wasser-Lösung für den DNOx-Katalysator ist die Neuentwicklung sehr gut geeignet“, sagt Professor Andreas Schütze vom Lehrstuhl für Messtechnik.

In modernen Diesel-PKW´s kommt zur Abgasnachbehandlung ein so genannter DNOx-Katalysator zum Einsatz. Dieser wandelt den Großteil gefährlicher Stickoxide in den Abgasen in die ungefährlichen Bestandteile Stickstoff und Wasser um. Damit dieser chemische Prozess gelingt, ist eine Lösung aus Wasser und Harnstoff nötig, deren Mischungsverhältnis bei 32,5 Prozent Harnstoff und 67,5 Prozent Wasser liegt. Diese Konzentration könnte ein Sensor im Fahrzeug überwachen, wie ihn die Saarbrücker Ingenieure entwickelt haben.

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