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Forschungsprojekt Sensoren sichern Wasserqualität

| Redakteur: Jörg Kempf

Giftige Mikroalgen, Biotoxine, schädliche Bakterien, Viren und Chemikalien sind in Meereswasser keine Seltenheit. Viele der Gefahrenstoffe sind schwierig nachzuweisen, was besonders im Falle von Seewasser-Aquakulturen ein hohes Risiko birgt. Jetzt fiel der Startschuss des EU-geförderten Forschungsprojekts „Enviguard“. Hierin wird ein Messinstrument entwickelt, das gefährliche Kontaminanten im Wasser erkennt.

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Aquakultur im Mittelmeer
Aquakultur im Mittelmeer
(Bild: Dr. Deniz D. Tosun)

Bremerhaven – Im Meer gibt es viel zu entdecken: Fische, Korallen und Krebse, aber auch giftige Mikroalgen, Viren und Chemikalien treiben im Wasser, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Solche Gefahrenstoffe bedrohen die Lebensgrundlage der Meeresbewohner und mindern die Wasserqualität. „EnviGuard“ soll diese Stoffe zukünftig besser nachweisbar machen. In einem fünfjährigen Projekt – Gesamtbudget 7,2 Millionen – entwickeln das ttz Bremerhaven als Projektkoordinator, das Alfred-Wegener-Institut und das Unternehmen Isitec sowie 16 weitere Projektpartner ein hochspezifisches Messinstrument. Dieses soll nicht nur in Aquakulturen und in der Meeresforschung zum Einsatz kommen, sondern auch bei der Überwachung der Meeresumwelt.

„Die Projektpartner von Enviguard entwickeln ein System, das drei einzelne Sensoren zur Messung von Mikroalgen, Pathogenen sowie von Toxinen und Chemikalien enthält. Es wird modular aufgebaut sein, wodurch jeder Anwender selbst entscheiden kann, welche der Sensoren er einsetzt, um die von ihm ausgewählten Parameter zu bestimmen“, erklärt Projektleiter Björn Bastian Suckow.

Das Gerät speichert und visualisiert die gesammelten Daten, die in Echtzeit auf einen Server übermittelt und online zur Verfügung gestellt werden. Dabei arbeitet das System auch auf offener See voll automatisch.

Eine zukünftige Anwendung sehen AWI-Biologin Dr. Katja Metfies und Thomas Hanken, Geschäftsführer von Isitec, für Muschelzuchten: „Wir wollen beispielsweise einen Sensor in das System einbringen, der giftige Stoffe aus Algenblüten misst. Betreiber von Muschelzuchten können diese sogenannten Toxine im Wasser schnell und einfach nachweisen. So kann verhindert werden, dass Miesmuscheln in den Handel gelangen, die Muschelvergiftungen auslösen könnten.“

Enviguard kombiniert Kompetenzen und Wissen aus Nanotechnologie und Molekularwissenschaft. Die Projektpartner wollen Biosensoren entwickeln, die im Hinblick auf Genauigkeit, Verlässlichkeit und einfacher Bedienung weit über das Niveau der derzeit verfügbaren Messinstrumente hinausgehen. Das System soll außerdem kosteneffizienter als gegenwärtige Messverfahren sein, was einen Wettbewerbsvorteil für europäische Aquakulturbetreiber und Technologieanbieter bedeutet.

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