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Personalisierte Krebsimpfstoffe Siemens und Biontech vereinbaren strategische Zusammenarbeit

Redakteur: Jörg Kempf

Siemens und das Biotechnologieunternehmen Biontech, das auf die Entwicklung personalisierter Krebs-Immuntherapien spezialisiert ist, werden bei der GMP-Produktion personalisierter Krebsimpfstoffe kooperieren. Im Zuge dessen soll eine automatisierte und papierlosen Produktionsanlage entstehen.

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Eckard Eberle, CEO der Siemens Business Unit Process Automation: „Zusammen mit der Expertise von Biontech im Bereich individualisierter Medizin ebnen wir den Weg hin zu einer digitalen Anlage mit einer effizienten papierlosen Produktion.“
Eckard Eberle, CEO der Siemens Business Unit Process Automation: „Zusammen mit der Expertise von Biontech im Bereich individualisierter Medizin ebnen wir den Weg hin zu einer digitalen Anlage mit einer effizienten papierlosen Produktion.“
(Bild: Mühlenkamp)

Nürnberg – Die vollständig automatisierte und digitalisierte Produktionsanlage zur Herstellung von personalisierten Krebsimpfstoffen für den weltweiten Markt wird im Rahmen einer Zusammenarbeit der Biontech-Tochterfirmen Biontech RNA Pharmaceuticals und Eufets zusammen mit Siemens errichtet. Die Kooperation ermöglicht es Biontech, alle notwendigen Prozess- und Produktionsschritte zu implementieren und zu integrieren, um individualisierte Krebsimpfstoffe (Individualized Vaccines against Cancer/IVAC) in großem Maßstab zu produzieren.

Die strategische Zusammenarbeit führt die spezifischen Kompetenzen der beiden Partner zusammen. Ziel ist es, Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien für die papierlose, kommerzielle Herstellung von individualisierter Medizin gemäß GMP (Good Manufacturing Practice) zu optimieren.

Ugur Sahin, CEO von Biontech, sagte: „Wir freuen uns, mit unserem Partner Siemens einen spezialisierten, unternehmenseigenen Herstellungsprozess für personalisierte Medizin zu automatisieren. Siemens wird durch seine weltweit führende Expertise im Bereich Engineering und Optimierung automatisierter Herstellungsprozesse entscheidend dazu beitragen, personalisierte Krebsmedizin allgemein verfügbar zu machen.“

Eckard Eberle, CEO der Siemens Business Unit Process Automation, ergänzte: „Bei der Entwicklung und Herstellung von personalisierter Medizin entstehen enorme Datenmengen. Lösungen wie unsere Manufacturing Operations Management (MOM)-Software ermöglichen es, die Komplexität solcher neuen Prozesstechnologien erfolgreich zu bewältigen. Zusammen mit der Expertise von Biontech im Bereich individualisierter Medizin ebnen wir so den Weg hin zu einer digitalen Anlage mit einer effizienten papierlosen Produktion.“

Die IVAC Mutanome-Immuntherapie basiert darauf, das individuelle Mutationsmuster (Signaturen) des Tumors jedes einzelnen Krebspatienten zu entschlüsseln. Auf das Profil der Mutationen werden für jeden einzelnen Patienten passgenau synthetische RNA-Impfstoffe hergestellt. Diese werden für die Behandlung des Patienten eingesetzt. IVAC Mutanome-Vakzine werden momentan in einer klinischen Phase-I/IIa-Studie für die Behandlung des malignen Melanoms erprobt.

Siemens bietet eine Lösung zur papierlosen Produktion (Paperless Manufacturing), welche die Effizienz und Produktqualität erhöht und zugleich die Kosten senkt. Hierfür wird eine integrierte Kommunikation zwischen der Automatisierungsebene und der Manufacturing IT hergestellt. Als zentraler Zugangspunkt für alle prozess- und qualitätsbezogenen Daten verbindet die Lösung das Planungssystem mit der Produktion und dem Labor-Management-System. Qualitätsrelevante Produktionsdaten lassen sich so vollständig elektronisch erfassen und dokumentieren – ohne den sonst großen Aufwand an manuellen Vorgängen und Chargenprotokollen in Papierform. Paperless Manufacturing beschleunigt so die Erstellung, Ausführung, Überprüfung und Freigabe von pharmazeutischen Produktionsprozessen und Chargenprotokollen (Electronic Batch Record, EBR).

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