Suchen

Neue Methoden zur Produktsicherheit Smarte Textilien auf dem Prüfstand

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Textilien mit eingebauten Computerfähigkeiten werden von vielen Experten als großer Zukunftsmarkt gesehen. Doch leitfähige Fasern, textilbasierte Sensoren oder auch Leuchtapplikationen müssen im Vorfeld ausgiebig getestet werden. Am Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland hat man zu diesem Zweck ein Labor zur Prüfmethodenentwicklung für elektrisch leitende Textilen eröffnet.

Firmen zum Thema

LED bestücktes Gewebe im Dehn- und Stauchtest: TITV-Mitarbeiterin Sandra Haase bestückt die Zug-Druck-Prüfmaschine im Smart Textiles-Prüflabor des Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV).
LED bestücktes Gewebe im Dehn- und Stauchtest: TITV-Mitarbeiterin Sandra Haase bestückt die Zug-Druck-Prüfmaschine im Smart Textiles-Prüflabor des Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV).
(Bild: TITV)

Greiz – Die Verbindung von Textil und Elektronik wird zunehmend fruchtbarer: 2017 sollen weltweit über 131 Mio. Kleidungsstücke mit Intelligenzfaktor hergestellt werden. Solche „Smart Textiles“ kommen aber zunehmend auch in Fahrzeugen, sicherheitsrelevanten Bauteilen und in der Medizintechnik zum Einsatz. Gründe genug für das Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV), im Interesse der Produkt- und Nutzersicherheit, ein leistungsfähiges Labor zur Prüfmethodenentwicklung für elektrisch leitende Textilen zu eröffnen.

Komplexe Materialversuche, Lebensdauertests und dynamische Belastungssimulationen

„Noch vor dem Marktstart benötigt die Industrie zum zuverlässigen Einsatz leitfähiger Fasern, textilbasierter Sensoren, Kontaktierungen und Zuleitungen für Heiz- und Leuchtapplikationen neue geeignete Prüfmethoden“, sagt Laborleiter Volkmar Reichmann. Am TITV, das – als eine der ersten Forschungseinrichtungen überhaupt – vor 20 Jahren die Entwicklung elektrisch leitender Fäden begann, sollen in den neuen Prüfräumen komplexe Materialversuche, Lebensdauertests und dynamische Belastungssimulationen für die vielfältigen Arten von Smart Textiles entwickelt werden. Neu sind beispielsweise eigens entwickelte Testmethoden, bei denen mechanische Belastungsprüfungen mit elektrischen Funktionstests kombiniert werden.

DIN EN 16812 als bisher einzige Prüfnorm

Mit Blick auf leuchtende oder warnende Schutzbekleidung, smart-textile Therapieprodukte und Biomonitoring per Sport- oder Freizeitbekleidung gilt es dabei, mögliche Schadensfälle durch fehlerhafte Leiterbahnen bzw. beschädigte Kontaktierungen vermeiden zu helfen. Für Smart Textiles gibt es in Europa mit der DIN EN 16812 bisher nur eine Prüfnorm. Greizer Forscher wie der stellvertretende Leiter für Forschung und Entwicklung, Kay Ullrich, haben an dieser Norm aktiv mitgewirkt und werden auch künftig auf diesem Prüfgebiet die Arbeit des CEN in Brüssel und des DIN in Berlin unterstützen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45009793)