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Prozessvisualisierung in explosionsgefährdeten Bereichen So kann ein Visualisierungskonzept für den Ex-Bereich aussehen

| Autor / Redakteur: Reiner Englert* / Dominik Stephan

In seinem neuen Technikum in Biberach kann Boehringer Ingelheim die gesamte Bandbreite der chemischen Verfahrenstechnik bespielen. Dabei sind flexible und hoch verfügbare Anlagen das A und O für einen schnelleren Marktzugang der Medikamente – eine Herausforderung, der sich auch die Prozessvisualisierung stellen musste.

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Die Prozessvisualisierung ist eine Herausforderung der sich viele Unternehmen stellen müssen.
Die Prozessvisualisierung ist eine Herausforderung der sich viele Unternehmen stellen müssen.
(Bild: © Trueffelpix - Fotolia)

Boehringer Ingelheim mit Hauptsitz in Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmaunternehmen. Rund um den Globus beschäftigt das 1885 gegründete Familienunternehmen mehr als 4700 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte der Aktivitäten liegen in Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Medikamente mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit. Der Umsatz von Boehringer Ingelheim lag 2014 bei rund 13,3 Milliarden Euro. Rund 19,9 Prozent davon investierte das Unternehmen in Forschung und Entwicklung.

Die umfangreichen F- und E-Aktivitäten der Firma und die damit verbundene Innovationsstärke waren in den vergangenen Jahren die Basis der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und haben auch in Zukunft höchste Priorität. Mit dem neuen Technikum für die Chemische Entwicklung, das Ende 2014 am größten Forschungs- und Entwicklungsstandort von Boehinger Ingelheim in Biberach eingeweiht wurde, wollen die Pharma-Spezialisten ein deutliches Zeichen setzen. Auf der neu geschaffenen Nutzfläche von rund 2700 Quadratmetern befinden sich Syntheselaboratorien, in denen die Prozessübertragung vom Labor- auf den Großmaßstab bearbeitet wird, sowie die komplexen Pilotanlagen, in denen die Produktion der neu entwickelten pharmazeutischen Wirkstoffe erfolgt. Die Pilotanlage ist mit mehreren Syntheseanlagen in vier Fertigungstrakten mit einem Nennvolumen von bis zu 300 Litern ausgestattet und kann Wirkstoffchargen für klinische Prüfungen von 10 bis 100 Kilogramm herstellen.

Technikum deckt breites Sprektrum an chemischen Verfahren ab

Das hochflexible Technikum hält ein breites Portfolio an Apparatetechnologien vor und kann ein breites Spektrum an chemischen Verfahren abdecken. Vorrang hat das schnelle Bereitstellen von Wirkstoffen (NCEs) im Entwicklungsumfeld. Zeit ist hier ein entscheidender Faktor, Faster time to Market das Ziel.

Die Basisautomatisierung des Technikums entspricht dabei in großen Teilen der einer realen Produktion, jedoch mit höherem Freiheits- und Flexibilisierungsgrad. Die Automatisierung einer Pilotanlage bedeutet demzufolge nicht zwingend eine Reduzierung des Engineering-Aufwands. Eine weitere Herausforderung des Projektteams war der Wunsch nach einer kosteneffizienten Realisierung, die sich erfolgreich umsetzen ließ. Durch Innovationen in verschiedenen Bereichen, die optimal ineinandergriffen, konnte das Pharmaunternehmen bei der Errichtung einen deutlichen Prozentsatz der Investitionskosten einsparen.

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