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Delamination So senken Sie das Delaminationsrisiko

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Ein neuer Produktionsprozess für Vials und ein Schelltest sollen künftig Pharmazeuten helfen, das Delaminationsrisiko in den Griff zu bekommen.

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Schott hat ein neues Vial entwickelt, das das Delaminationsrisiko senkt.
Schott hat ein neues Vial entwickelt, das das Delaminationsrisiko senkt.
(Bild: Schott)

Das Problem der Delamination, also das Ablösen von Flittern von der inneren Glasoberfläche infolge einer Wechselwirkung mit der Formulierung und/oder dem Medikament, hat in der Pharmaindustrie über die letzten Jahre an Bedeutung gewonnen. Dies belegen zahlreiche Rückrufaktionen, die enorme Kosten verursachen können.

Als Folge verlangt auch die US-Arzneimittelbehörde ausdrücklich ein strengeres Risikomanagement von den Pharmaunternehmen. Schott hat nun ein Pharmafläschchen entwickelt, bei dem sich die Delaminationsneigung über einen Grenzwert bestimmen und das Delaminationsrisiko durch die Einhaltung dieses Grenzwertes minimieren lässt. Für das Schott Vial DC (DC = delamination controlled) hat der Hersteller den Fertigungsprozess so optimiert, dass diese Fläschchen eine homogenere Oberfläche und damit eine hohe chemische Stabilität aufweisen.

Darüber hinaus hat das Unternehmen als erster Hersteller den patentierten Schnelltest Delamination Quicktestentwickelt, mit dem diese verringerte Delaminationsneigung nachgewiesen wird. Die neuen Pharmafläschchen sind von 2R bis 10R ISO Vials ab Anfang 2014 verfügbar.

Homogenere Oberfläche

Der Mechanismus der Delamination sei heute weitestgehend erforscht und verstanden, sagt Dr. Bernhard Hladik, Leiter Produktmanagement. „Wenn der Boden des Fläschchens geformt wird, verdampfen flüchtige Komponenten wie Bor und Natrium. Diese bilden im weiteren Produktionsprozess inhomogene Stellen an der bodennahen Glasoberfläche, die dann prinzipiell anfällig für Delamination sind. Bei den neuen Vials DC haben wir den Produktionsprozess so weiterentwickelt, dass die Glasoberfläche homogener und dadurch weniger stark anfällig ist zu delaminieren.“ Um diese Wirkung zu bestätigen, hat das Unternehmen Lagerstudien mit Systemen durchgeführt, die unter Verwendung normaler Typ-1-Fläschchen eine hohe Delaminationsneigung aufweisen.

Ergebnis: Auch nach achtwöchiger Lagerung bei 60 Grad Celsius mit 15 %iger Kaliumchloridlösung oder 10 %iger Natriumthiosulfatlösung blieben die Vials DC stabil, während Referenzfläschchen klare Anzeichen einer beginnenden Delamination zeigten.

So funktioniert der Quicktest

Um das Delaminationsrisiko anhand von Grenzwerten bestimmen zu können, hat Schott einen Schnelltest entwickelt, der erlaubt diese Werte in der laufenden Produktion zu überwachen. Der Test soll die Untersuchung mit dem Stereomikroskop ablösen, da mit diesem der Produktionsprozess nicht zeitnah gesteuert werden kann. Und so funktioniert der Test: Aus jeder Charge wird eine bestimmte Anzahl Fläschchen entnommen. Die Stichproben werden im Autoklaven vier Stunden lang in einer Wasserdampfumgebung unter Stress gesetzt und so die delaminationskritische Zone herausgearbeitet. In einem zweiten Schritt werden die Fläschchen dann mit hochreinem Wasser (WFI – Water for Injection) gefüllt und, ebenfalls im Autoklaven, Natrium extrahiert. Der extrahierte Natriumgehalt korreliert mit der Wahrscheinlichkeit, dass das Fläschchen später delaminiert.

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