English China

Registrierungspflichtiger Artikel

Nervenzellen Spezielle Nervenzellen machen Fische schneller

Autor / Redakteur: Stefanie Merker / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Nervenzellen steuern unsere Bewegungsapparat. Doch wie gelingt es, Bewegungen langsamer oder schneller ablaufen zu lassen? Gemeinsam mit internationalen Kollegen haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie im Modellorganismus Zebrafisch spezielle Nervenzellen identifiziert, die hierfür verantwortlich sind.

Firmen zum Thema

Blick ins Gehirn einer Zebrafischlarve. Die Nervenzellen der Netzhaut (grün) schicken ihre Verbindungen von den Augen (gelb) ins Gehirn. In Rot erscheinen die Zellen, die Gehirn und Rückenmark miteinander verbinden.
Blick ins Gehirn einer Zebrafischlarve. Die Nervenzellen der Netzhaut (grün) schicken ihre Verbindungen von den Augen (gelb) ins Gehirn. In Rot erscheinen die Zellen, die Gehirn und Rückenmark miteinander verbinden.
(Bild: MPI f. Neurobiologie / Portugues)

Martinsried – Laufen wir eine Straße entlang, so können wir gemächlich schlendern, schnell gehen oder rennen. Die dafür notwendigen abwechselnden Bewegungen der Beine werden von speziellen Nervenzellansammlungen im Rückenmark kontrolliert. Woher diese zentralen Mustergeneratoren wissen, wie schnell die Beine bewegt werden müssen, ist unklar. Ein internationales Team um Wissenschaftler der Harvard Universität und des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried bei München haben nun einzelne Nervenzellen im Hirn von Zebrafischlarven gefunden, die die Schwimmgeschwindigkeit der Tiere steuern. Auch menschliche Bewegungen werden über zentrale Mustergeneratoren gesteuert. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt, um rhythmische Bewegungen besser zu verstehen.

Nervenzellenansammlungen im Rückenmark geben Rhythmus vor

Schon in früher Kindheit lernen wir, die Füße in einem gleichmäßigen Rhythmus voreinander zu setzen. Einmal gelernt, sorgen kleine Nervenzellansammlungen im Rückenmark, die zentralen Mustergeneratoren, dafür, dass diese Abfolge nahezu automatisch läuft: Wir müssen nicht bei jedem Schritt neu überlegen, wann und wie weit wir den nächsten Fuß setzen. Einmal in Gang gesetzt schicken die Nervenzellen des zentralen Mustergenerators ihre Impulse auch ohne weitere Anstöße. Doch wie werden diese Zellen angeregt und woher wissen sie, wie schnell die Beine bewegt werden müssen?