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Forscher nehmen Stellung zu Diskussion um Gesundheitsrisiken Stickstoffdioxid & Co: 8 Fakten zu Luftschadstoffen

| Autor/ Redakteur: Prof. Dr. Werner Seeger, Alina Zidaric* / Dr. Ilka Ottleben

Nicht erst seit ein Positionspapier von Lungenärzten die gesundheitlichen Gefahren durch Stickoxide und Feinstaub marginalisierte, ist die aktuelle Diskussion um Luftschadstoffe und ihr Gesundheitsrisiko wieder im vollen Gange. Nun bezieht das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) klar Stellung zur aktuellen Debatte.

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Autoabgase als eine Ursache der Luftverschmutzung: Aktuell wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft wieder kontrovers diskutiert. (Symbolbild)
Autoabgase als eine Ursache der Luftverschmutzung: Aktuell wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft wieder kontrovers diskutiert. (Symbolbild)
(Bild: ©kichigin19 - stock.adobe.com)

Gießen – Mit großer Besorgnis verfolgt das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL), eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die derzeitige Diskussion zum Gesundheitsrisiko von Luftschadstoffen. Die DZL-Jahrestagung in Mannheim zum Anlass nehmend, stellt das DZL hinsichtlich seiner Position folgendes fest:

  • 1) Der gegenwärtig intensiv diskutierte Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft beruht vor allem auf epidemiologischen Studien. Zum Verständnis: Epidemiologie ist eine ausgewiesene wissenschaftliche Fachrichtung, welche als eines ihrer wesentlichen Ziele verfolgt, Langzeitrisiken von Umwelt- und Lebensstilfaktoren für die Bevölkerung zu erkennen und in ihrer Bedeutung abzuschätzen. Große Beobachtungszahlen, verschiedenartige Beobachtungssituationen und komplexe mathematische Modelle, unterstützt durch toxikologische Studien, werden eingesetzt, um ursächliche Zusammenhänge von zufälligem Zusammentreffen von Ereignissen zu unterscheiden.
  • 2) Zahlreiche Fragestellungen können nur mit den Methoden der Epidemiologie beantwortet werden, da niemand Menschen über Jahre und Jahrzehnte einem „kontrollierten Versuch“ mit Schadstoffexposition aussetzen würde. So stammt z.B. die von niemandem mehr hinterfragte Erkenntnis, dass Rauchen gesundheitsschädigend ist, aus epidemiologischen Untersuchungen.
  • 3) Es besteht wissenschaftlich kein Zweifel, dass die Belastung mit Luftschadstoffen eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung darstellt, nicht nur hinsichtlich Atemwegs- und Lungenerkrankungen, sondern beispielsweise auch im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • 4) Es gibt jedoch keine Methode, die es einem Arzt ermöglichen würde, an einem lungenerkrankten Patienten festzustellen, inwieweit Komponenten der Luftverschmutzung zu der Erkrankung beigetragen haben.

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