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Personalie Strukturbiologe wird zum Mitglied der Leopoldina ernannt

Redakteur: Doris Popp

Prof. Dr. Michael Sattler wird heute für seine Verdienste um die Strukturbiologie zum Mitglied der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, ernannt. Der Direktor des Instituts für Strukturbiologie am Helmholtz Zentrum München verstärkt die Sektion Biochemie und Biophysik.

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Prof. Dr. Michael Sattler
Prof. Dr. Michael Sattler
(Bild: Helmholtz Zentrum München)

München – Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina bearbeitet unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen aus wissenschaftlicher Sicht, vermittelt die Ergebnisse der Politik und der Öffentlichkeit und vertritt diese Themen national wie international. Mit gegenwärtig über 1500 Mitgliedern in mehr als 30 Ländern ist die Leopoldina die mitgliederstärkste Akademie in Deutschland.

Nun wird auch der Strukturbiologe Michael Sattler aufgrund seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen in diesen Kreis aufgenommen. „Es ist mir eine große Ehre und Freude, nun ein Teil dieser Akademie zu sein“, so Sattler, dessen Karriere an der Universität Frankfurt begann. Bereits während seiner Doktorarbeit widmete er sich der Entwicklung von neuen Methoden der Kernspinresonanz (NMR)-Spektroskopie, um so die Raumstruktur und interne Beweglichkeit von biologischen Molekülen aufzudecken. Vor allem Proteine und deren Wechselwirkung mit RNA-Molekülen stehen im Fokus seiner Arbeit.

Seit 2007 leitet Sattler das Institut für Strukturbiologie am Helmholtz Zentrum München und ist Professor für Biomolekulare NMR-Spektroskopie an der TU München. Zudem steht er dem Bayerischen Kernresonanz-Zentrum vor, das künftig eines der weltweit leistungsfähigsten NMR-Spektrometer beherbergen wird und neue Perspektiven für die biomedizinische Forschung verspricht.

Wie das gehen könnte, zeigte das Team um Sattler beispielsweise kürzlich in einem Artikel der Zeitschrift ‚Science‘: Durch den integrierten Einsatz modernster Verfahren der Strukturbiologie entdeckten die Wissenschaftler eine molekulare Achillesferse beim Erreger der Schlafkrankheit. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse ist es nun möglich, neuartige und sichere Wirkstoffe zu entwickeln, die den Parasiten gezielt ausschalten.

„Die Aufnahme in die Leopoldina bietet ein phantastisches Netzwerk von exzellenten Wissenschaftlern. Ich möchte den Austausch mit diesen herausragenden Kollegen nutzen, um Forschung zu diskutieren, neue Projekte zu initiieren und Wissenschaft zu fördern“, so Sattler mit Blick auf die Zukunft.

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