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LABORPRAXIS-Newsticker

Mikrobiologie Jahrestagung: „New Horizons in Accessing Microbial Diversity“

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14. September

Hannover/Wiesbaden (dpa) 16:20 Uhr – Chemiegewerkschaft beharrt vor Fortgang der Tarifrunde auf Lohnplus

Die Gewerkschaft IG BCE hat vor der Fortsetzung der Chemie-Tarifrunde im Oktober erneut deutliche Lohnsteigerungen verlangt. «Den Beschäftigten rinnt das Geld täglich schneller durch die Finger, gleichzeitig verdienen die meisten ihrer Arbeitgeber weiterhin gut», begründete Vizechef Ralf Sikorski die Position nach einer Sitzung der Bundestarifkommission in Hannover. Die gut 580 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche müssten durch eine nachhaltige Erhöhung der Entgelte von der Inflation entlastet werden. So könne der Konsum auch die Konjunktur absichern.

Anfang April hatten sich die IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC zunächst nur auf einen Teilabschluss für den drittgrößten deutschen Industriezweig geeinigt. Wegen der schon damals hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine beschlossen sie eine Einmalzahlung von 1400 Euro pro Kopf als vorläufige «Brückenlösung» - im Herbst sollte dann weiterverhandelt werden. Am 17. und 18. Oktober wollen beide Seiten ihre Gespräche in Wiesbaden wieder aufnehmen.

Während die IG BCE laut einer eigenen Umfrage unter Betriebsräten die Lage bei den meisten Firmen als «noch immer gut» bewertet, zeichnet der Branchenverband VCI ein düsteres Bild. Er rechnet nach jüngsten Daten vom Mittwoch damit, dass die Gesamtproduktion in diesem Jahr um 5,5 Prozent zurückgeht, im Kernbereich Chemie um 8,5 Prozent. Gelinge ein Umsatzplus, werde dies wohl ausschließlich kostengetrieben sein.

Hamburg (dpa) 15:24 Uhr – Chemieunternehmen H&R startet Anlage für synthetische Kraftstoffe

Das Chemieunternehmen H&R hat am Mittwoch in Hamburg eine Demonstrationsanlage zur Produktion grüner Kraftstoffe in Betrieb genommen. Das Projekt sei weltweit eines der ersten «Power-to-Liquid»-Konzepte im technischen Maßstab, teilte das Unternehmen mit. Mit «Power to Liquid» wird die Gewinnung von Treibstoffen wie etwa synthetischem Kerosin unter Nutzung elektrischen Stroms bezeichnet. Dabei ist stets Wasserstoff im Spiel.

H&R hat für die Vermarktung der Kraftstoffe mit dem Energie- und Kraftstoffspezialisten Mabanaft ein Gemeinschaftsunternehmen namens P2X gegründet. Für die nächsten Jahre planen die Partner einen Markthochlauf auf kommerzielle Größenordnungen.

«Power to Liquid»-Kraftstoffe spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel. Sie werden überall dort benötigt, wo direkte elektrische Antriebe wie zum Beispiel in Autos nicht möglich sind.

Böhlen (dpa/sn) 11:38 Uhr – Größte Anlage für chemisches Kunststoff-Recycling in Böhlen geplant

Europas größte Recyclinganlage für chemisches Recycling soll in Böhlen im Landkreis Leipzig gebaut werden. Die Anlage soll 2025 in Betrieb gehen, teilten der US-Chemiekonzern Dow und das britische Recyclingunternehmen Mura Technology am Mittwoch mit. Mit ihr und weiteren geplanten Anlagen soll eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe geschaffen werden.

In der Anlage soll Kunststoff chemisch wiederverwertet werden. Dieses Vorgehen ist Dow und Mura zufolge eine wichtige Ergänzung zum mechanischen Recycling. Auf diesem Weg würden bedeutende Fortschritte bei der Bekämpfung des Klimawandels sowie des Problems mit Plastikmüll gemacht. Neben der Anlage in Böhlen plant Dow bis 2030 den Bau weiterer Anlagen in den USA und in Europa.

Die Ansiedlung sei ein großer Erfolg für den Industrie- und Innovationsstandort Sachsen, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer bei seinem Besuch in Böhlen. Mit der Anlage leisteten Dow und Mura einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltige Welt.

Frankfurt/Main (dpa) 10:00 uhr – Teure Energie - Chemiebranche kürzt Produktionsprognose erneut

Wegen der explodierenden Energiepreise drosselt die deutsche Chemie- und Pharmabranche ihre Produktion immer weiter. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) erwartet nun, dass die Herstellung in der Branche dieses Jahr um 5,5 Prozent schrumpfen wird. Die Produktion der Chemie alleine betrachtet dürfte gar um 8,5 Prozent zurückgehen, teilte der VCI am Mittwoch in Frankfurt mit.

«Wir müssen uns im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen, um diesen Winter und auch das kommende Jahr zu überstehen», sagte VCI-Präsident Christian Kullmann. «Die Drosselung der Produktion ist ein erster Schritt. Wenn bestimmte Prozesse ganz stillgelegt werden müssen, laufen sie möglicherweise nie wieder an.» Bisher hatte der Verband mit einem Produktionsrückgang von 1,5 Prozent gerechnet und mit einem Minus von 4 Prozent für das reine Chemiegeschäft.

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Die Chemie- und Pharmaindustrie mit mehr als 473 000 Beschäftigten ist von der Energiekrise besonders betroffen. Die Branche ist laut VCI mit einem Anteil von 15 Prozent größter deutscher Gasverbraucher, knapp ein Drittel des Industrieverbrauchs entfällt auf sie. Sie braucht Gas als Energiequelle und als Rohstoff zur Weiterverarbeitung - etwa in Kunststoffen, Arzneien oder Düngemitteln. Der Branche machen auch gestörte Lieferketten sowie die schwächelnde Wirtschaft zu schaffen. Gerade die Chemieindustrie ist als Lieferant etwa für die Auto-, Konsumgüter- und Bauindustrie konjunkturabhängig.

Im zweiten Quartal sank die Produktion in der Chemie- und Pharmabranche um 6,4 Prozent zum Vorquartal. Der Umsatz wuchs wegen stark steigender Preise um 3,4 Prozent auf 64,9 Milliarden Euro.

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