Suchen

Stresswahrnehmung Studie: Lachen puffert Stress – Lächeln auch

| Autor / Redakteur: Christoph Dieffenbacher* / Dr. Ilka Ottleben

Humor ist, wenn man trotzdem lacht, heißt es so schön. Lachen gilt als gesund, aber lässt sich das auch wissenschaftlich belegen? Offenbar schon. Ein Baseler Forscherteam hat in einer aktuellen Studie herausgefunden: Wer im Alltag häufig lacht, kommt womöglich mit stressreichen Ereignissen besser zurecht. Und – offenbar reicht es dafür auch zu lächeln.

Firmen zum Thema

Kinder machen uns vor wie es geht: Lachen. Ein Basler Psychologieteam hat nun erstmals die Zusammenhänge zwischen Lachen und Stresswahrnehmung untersucht. (Symbolbild)
Kinder machen uns vor wie es geht: Lachen. Ein Basler Psychologieteam hat nun erstmals die Zusammenhänge zwischen Lachen und Stresswahrnehmung untersucht. (Symbolbild)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Basel/Schweiz – Im Prinzip merk man es ja selbst: Lachen befreit, man fühlt sich wohler, „irgendwie“ besser, wenn man nicht den ganzen Tag mit griesgrämiger Miene durch die Gegend läuft. Lachen gilt als gesund. Welche Effekte Lachen jedoch tatsächlich hat und wie es auf Körper und Geist wirkt interessiert daher auch die Wissenschaft. Bisheriger Untersuchungen haben u.a. ergeben, dass

  • Menschen nach Schätzungen typischerweise 18 Mal pro Tag lachen, meist in der Interaktion mit anderen und je nach dem Grad der erlebten Freude.
  • es Unterschiede gibt in punkto Tageszeit, Alter und Geschlecht, beispielsweise lächeln Frauen im Durchschnitt mehr als Männer.

Nun haben Forschende der Abteilung Klinische Psychologie und Epidemiologie der Fakultät für Psychologie der Universität Basel erstmals den Zusammenhang von stressreichen Ereignissen und Lachen im Hinblick auf wahrgenommenen Stress im Alltag untersucht.

Zusammenhänge zwischen Lachen und Stresswahrnehmung

In der Längsschnitt-Untersuchung wurden die Teilnehmenden mit einem akustischen Signal einer Handy-App in unregelmäßigen Abständen achtmal täglich während 14 Tagen dazu aufgefordert, Fragen zu beantworten. Diese betrafen die Häufigkeit, die Intensität und den Grund des Lachens sowie erlebte Stressereignisse und -symptome, und zwar während der Zeit seit dem letzten Signal.

Mit dieser Methode konnten die Forschenden um die Erstautorinnen Dr. Thea Zander-Schellenberg und Dr. Isabella Collins relativ alltagsnah Zusammenhänge zwischen Lachen, belastenden Stressereignissen sowie physischen und psychischen Stresssymptomen („Ich hatte Kopfschmerzen“ oder „Ich fühlte mich unruhig“) untersuchen. Grundlage für die nun veröffentlichte Analyse sind Daten von 41 Psychologiestudierenden, davon 33 Frauen, im Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren.

Lachen oder lächeln – Lachintensität hat weniger Einfluss

Das erste Ergebnis der Beobachtung war vor dem Hintergrund der Fachliteratur erwartet worden: In Phasen, in denen die Probandinnen und Probanden häufig lachten, waren belastende Stressereignisse mit geringeren Symptomen verbunden. Unerwartet war hingegen der zweite Befund: Für das Zusammenspiel stressreicher Ereignisse und Intensität des Lachens – stark, mittel oder schwach –, zeigte sich kein statistischer Zusammenhang mit Stresssymptomen. „Dies könnte daran liegen, dass Personen ihre Lachhäufigkeit der letzten Stunden besser einschätzen können als ihre Lachintensität“, so das Forschungsteam.

Originalbeitrag: Zander-Schellenberg T, Collins IM, Miché M, Guttmann C, Lieb R, Wahl K: Does laughing have a stress-buffering effect in daily life? An intensive longitudinal study. PLOS ONE (2020), doi: 10.1371/journal.pone.0235851 .

* C. Dieffenbacher: Universität Basel, 4001 Basel/Schweiz

(ID:46749725)