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Biomasse Studien zur Abschätzung weltweiter Biomassepotenziale differieren deutlich

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die energetische Nutzung von Biomasse beschäftigt derzeit viele Forschungsvorhaben. Wissenschaftler des Deutschen Biomasse-Forschungs-Zentrums (DBFZ) haben in einer Vergleichsanalyse in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und ICS-UNIDO verschiedene Studien zur Abschätzung weltweiter Biomassepotenziale analysiert. Die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich.

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Die Verwertung von Biomassereste wie Hackschnitzeln wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. (Bild: André Künzelmann/ UFZ)
Die Verwertung von Biomassereste wie Hackschnitzeln wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. (Bild: André Künzelmann/ UFZ)

Leipzig – Wissenschaftler des Deutschen Biomasse-Forschungs-Zentrums (DBFZ) haben in einer Vergleichsanalyse in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und ICS-UNIDO insgesamt 19 Studien zur Abschätzung weltweiter Biomassepotenziale analysiert. Ein aktueller Artikel liefert einen detaillierten Überblick über die verfügbaren Forschungsergebnisse und unterzieht diese einer kritischen Betrachtung.

Die Abschätzung des weltweiten Potenzials an Biomasse zur energetischen Nutzung beschäftigte bislang zahlreiche internationale Forschungsvorhaben. Die nun veröffentlichte Vergleichsanalyse zeigt: Die Höhe des ausgewiesenen Potenzials differiert deutlich und liegt, je nach Studie, zwischen 0 und 1550 EJ/a (Exajoule/Jahr). Letzteres sind etwa 431 Billionen Kilowattstunden – das entspricht in etwa dem Dreifachen des gegenwärtigen weltweiten Primärenergieverbrauchs.

Mehrheit der Biomassestudien fokussiert sich auf das Energiepflanzenpotenzial

Die Analyse zeigt, dass sich die angewandten Methoden der einzelnen Forschungsvorhaben teilweise stark voneinander unterscheiden. Einigkeit besteht jedoch bei den Parametern, die für verschiedene Szenarien relevant sind. Als Zeithorizont wird zumeist 2050 gewählt. Maßgebliches Kriterium für die Höhe des Biomassepotenzials ist die Abschätzung der Fläche, die für den Energiepflanzenanbau zur Verfügung steht. Hier liegen die Annahmen zwischen 0 und 700 Millionen Hektar. Energiepflanzenpotenziale fallen mit einer mittleren Spannweite von 200 bis 600 EJ/a und Extremwerten von über 1200 EJ/a wesentlich höher aus als Reststoffpotenziale, die sich schätzungsweise in einem Bereich von 62 bis 325 EJ/a bewegen.

Die Schwerpunkte der Analyse liegen auf den Potenzialen einzelner Biomassefraktionen, der Verfügbarkeit von Anbauflächen für Energiepflanzen und der geographischen Verteilung des globalen Potenzials. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich die Mehrheit der untersuchten Studien vorrangig auf die Ermittlung von Energiepflanzenpotenzialen konzentriert, während Reststoffpotenziale eine eher untergeordnete Bedeutung in den Studien spielen. Darüber hinaus wird nur in wenigen Studien die räumliche Verteilung des Gesamtpotenzials - aufgeteilt nach Weltregionen - betrachtet. Weltweit ist davon auszugehen, dass die größten Potenziale in Asien, Afrika und Südamerika vorliegen. Europa, Nordamerika und die Pazifikstaaten hingegen tragen nur einen vergleichsweise kleinen Teil zu den globalen Biomassepotenzialen bei.

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