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Massenspektrometer Super-Massenspektrometer macht Verborgenes sichtbar

Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) haben ein neues hoch auflösendes Massenspektrometer entwickelt. Mit dem so genannten NanoSIMS (SIMS = Sekundärionen-Massenspektrometer) lassen sich kleinste Partikel und Zellen detailliert analysieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat jetzt die Förderung des 3,5 Millionen Euro teuren Gerätes bewilligt.

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Warnemünde – Im IOW wird das Gerät von Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen genutzt werden. Die Fähigkeit des NanoSIMS, Proben in etwa 100 000facher Vergrößerung zu zeigen und zugleich die Verteilung und Konzentration von Elementen in einer Zelle darzustellen, schafft völlig neue Möglichkeiten, Organismen zu erforschen. Biologen können damit in Zellen hineinsehen und herausfinden, welche Stoffe wo aufgenommen werden. So können Schlüsselprozesse innerhalb der Stoffkreisläufe – wie zum Beispiel die CO2-Fixierung, bei der aus CO2 und Energie neue organische Substanz entsteht – bestimmten Zellen von wenigen Mikrometern Größe zugeordnet werden. Es ließe sich auch ermitteln, welche und wie viele Bakterien in der Ostsee Schadstoffe abbauen können. NanoSIMS verspricht also auch Antworten auf grundlegende Fragen zum marinen Umweltschutz.

Laborfüllende Ausmaße von sechs mal zwei Metern

Den Antrag auf Förderung hatten IOW und die Profillinie maritime Systeme der Rostocker Universität gemeinsam gestellt, sie werden das Gerät auch gemeinsam nutzen. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass Forscher aus ganz Europa nach Warnemünde reisen werden, um am NanoSIMS zu arbeiten. Das Gerät wird das erste dieser Art im Ostseeraum sein wird. Deutschlandweit gibt es bisher drei solcher Massenspekrometer, weltweit sind es 20.

Für den Aufbau des NanoSIMS wird bereits jetzt ein Raum im IOW vorbereitet. Das Gerät hat laborfüllende Ausmaße von ca. sechs Metern Länge und knapp zwei Metern Höhe und muss völlig erschütterungsfrei aufgestellt werden. Im Februar 2011 wird das NanoSIMS im IOW aufgebaut, voraussichtlich im Jahr 2014 soll es in den Forschungsneubau der Universität in der Rostocker Südstadt umziehen.

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