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Ausbildung im Chemiepark Talente gezielt entwickeln

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Maßgeschneiderte Bildungsangebote fördern Fachkräfte im Chemiepark – In Zukunft soll es immer schwieriger werden, für die anspruchsvollen Aufgaben in Produktion, Forschung und Vertrieb ausreichend Fachkräfte zu finden. Dabei wird es entscheidend, geeignete Mitarbeiter auszuwählen und durch individuelle Bildungsangebote zu fördern. Im Industriepark Höchst arbeiten Unternehmen und der Fachkräfteentwickler Provadis Hand in Hand, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen.

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Teamarbeit von Anfang an: Interdisziplinäre Projektarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der dualen Studiengänge an der Provadis Hochschule.
Teamarbeit von Anfang an: Interdisziplinäre Projektarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der dualen Studiengänge an der Provadis Hochschule.
(Bild: Provadis)

Die Fachkräftequalität ist ein Top-Standortfaktor für die Industrie in Deutschland. „Damit das hohe Niveau gehalten werden kann, sollte rechtzeitig und zielgerichtet in die Nachwuchssicherung und in die Förderung der Belegschaften investiert werden“, sagt Dirk Meyer vom Bundesarbeitgeberverband Chemie. Angesichts der demografischen Veränderungen ist der Fachkräftemangel eine reale Herausforderung für deutsche Unternehmen, vor allem für exportorientierte Schlüsselbranchen wie die Chemie.

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Insgesamt werden in der Chemiebranche jährlich rund 28 000 junge Menschen in über 50 Berufen mit erfolgreichen Perspektiven qualifiziert. Im Industriepark Höchst, einem der größten Chemie- und Pharmastandorte in Europa, bewerben sich jährlich etwa 9000 Schulabgänger für eine duale Berufsausbildung bei Provadis Partner für Bildung und Beratung. Das größte Aus- und Weiterbildungsunternehmen Hessens bietet mehr als 40 verschiedene Ausbildungsberufe für Labor, Produktion, Technik, Informatik, Verkauf und Verwaltung an.

Das Unternehmen wählt jährlich mit spezifischen Eignungsuntersuchungen aus der Fülle der Anfragen die rund 400 erfolgversprechendsten Bewerber aus, die bei ihren Kunden eine Ausbildung aufnehmen können. Dazu gehören Global Player der Chemie- und Pharmabranche wie Sanofi, Clariant, Celanese oder Bayer Crop Science.

Individuelle Ausbildungsangebote

Die Auswahl der jungen Menschen und ihre fachspezifische duale Berufsausbildung ist erfolgreich, weil Bildungsdienstleister und Industrieunternehmen seit Langem Hand in Hand arbeiten und bedarfsgerecht ausbilden. So hat z.B. Clariant für die eigenen Betriebe im Industriepark Höchst in der Vergangenheit jährlich etwa 38 junge Frauen und Männer in Kooperation mit Provadis erfolgreich auf ihren Berufsweg vorbereitet. Die meisten von ihnen werden als Chemielaboranten in den Laboren oder als Chemikanten in den Produktionsbetrieben von Clariant ausgebildet.

In enger Abstimmung mit dem Bildungsdienstleister werden nicht nur die notwendigen fachlichen, sondern auch darüber hinausgehende Kompetenzen vermittelt: die Selbstkompetenz, sich im Sinne des Unternehmens weiterzuentwickeln und die Handlungskompetenz, das Fachwissen anwendungsbezogen in die Praxis umzusetzen.

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„Für uns ist besonders wichtig, dass wir für die Sicherung unseres Geschäftserfolgs Mitarbeiter finden, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und von Anfang an mit Engagement an ihre Aufgaben herangehen“, betont Dr. Kai Wiesinger, Head of HR Operations Germany & Senior HR Consultant Rhein-Main bei Clariant. Schwerpunkte in der Ausbildung bilden Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, gute Englischkenntnisse und Kommunikationsfähigkeit. Mit modular aufgebauten Ausbildungsberufen kann Provadis jeweils auf die unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnisse der verschiedenen Partnerunternehmen individuell eingehen.



Zur Vorbereitung der Berufseinsteiger auf die Arbeitswelt von heute und morgen nutzen die Unternehmen im Industriepark Höchst verschiedene Optionen der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Neben der dualen Berufsausbildung spielen auch die abschlussorientierten Fortbildungen zum Meister und Techniker eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen den Fachkräften, in ihrem Berufsfeld mehr Verantwortung zu übernehmen.

Studenten mit Berufserfahrung ausbilden

Für den akademischen Bedarf bietet die Provadis Hochschule berufsbegleitende und duale Studiengänge an. Rund 1000 Studierende sind an der privaten Hochschule für die Bachelor-Studiengänge Business Administration, Business Information Management, Chemical Engineering und Biopharmaceutical Science sowie für die Master-Studiengänge Chemical Engineering und Technologie & Management eingeschrieben. Durch ein abgestimmtes Zeitmodell können die Studienzeiten der berufsbegleitenden Studiengänge optimal in den Berufsalltag integriert werden. Bei den dualen Studiengängen werden die Praxiszeiten mit Partnerunternehmen vereinbart.

Besonders leistungsstarke Abiturienten können parallel zur dreijährigen Berufsausbildung oder zur Berufstätigkeit an der Hochschule ein Bachelor-Studium absolvieren. Es ergänzt inhaltlich die Berufsphasen, setzt zudem aber eine hohe Leistungs- und Lernbereitschaft voraus. Der enge Praxisbezug und die Möglichkeit, Beruf und Studium durch die Nähe zu den Industrieunternehmen einfach zu verbinden, sind das Besondere an diesem integrierten Studienmodell.

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Duales Lernen als Karrierefaktor

„Die zusätzliche Belastung durch das berufsbegleitende Studium ist zwar nicht zu unterschätzen. Aber die Vorteile wiegen das Engagement auf jeden Fall auf“, sagt Tobias Brauner. Der ehemalige Mitarbeiter in der Qualitätssicherung hat nach der Ausbildung zum Chemikanten eine Fortbildung zum Chemietechniker abgeschlossen und danach direkt ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium „Chemical Engineering“ absolviert. Jetzt will er auch noch den Masterstudiengang erfolgreich beenden. „Um im Beruf mehr Verantwortung übernehmen zu können, ist es wichtig, seinen Horizont zu erweitern. Man sollte nie mit dem Lernen aufhören“, ist er überzeugt. Mittlerweile hat er schon den nächsten Karriereschritt gemacht und ist zum Betriebsassistenten aufgestiegen.



Um leistungsfähige Mitarbeiter zu finden und zu binden, gibt es auch individuell zugeschnittene Traineeprogramme: Von der Rekrutierung der Trainees bis zur Begleitung der Absolventen in einem zweijährigen Qualifizierungsprogramm übernimmt Provadis im Auftrag der Standortunternehmen die optimale Vorbereitung der zukünftigen Führungskräfte auf die Herausforderungen im Unternehmen. Dieser „sanfte Berufseinstieg“ wird bei Unternehmen und Hochschulabsolventen immer beliebter.

„Der große Vorteil liegt darin, dass man als Trainee direkt im Unternehmen eingearbeitet wird und Zusatzqualifikationen für eine mögliche Führungsposition erhält“, betont Matthias Hebgen, Absolvent eines Bachelor-Studiengangs Fachrichtung Systems Engineering. Er nimmt seit März 2014 am Traineeprogramm im Industriepark Höchst teil und will 2016 nach dem erfolgreichen Abschluss mit den besten Voraussetzungen in der Chemie durchstarten.













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