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Chemie-Tarifrunde 2014

Tarifpaket geschnürt – Entgelte steigen um 3,7 %

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Ausbildung und Berufseinstieg

BAVC und IG BCE haben zudem vereinbart, das hohe Ausbildungsplatzniveau der Branche auszubauen. Von 2014 bis 2016 sollen jährlich 9200 neue Ausbildungsstellen angeboten werden – bislang 9.000 pro Jahr. Der Ende 2013 ausgelaufene Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ wird weiterentwickelt zum Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung und Berufseinstieg“, in den auch das „Start in den Beruf“-Programm für nicht ausbildungsreife Jugendliche sowie der Karrierewegweiser „Berufskompass Chemie“ integriert werden.

Zugleich wollen die Tarifpartner die Übernahmeperspektiven nach der Ausbildung verbessern. Chemie-Arbeitgeber und IG BCE wollen zunächst eine gemeinsame Datenbasis schaffen, um den Stand und die Entwicklung der Übernahmesituation in den regional und bundesweit bestehenden „Runden Tischen für Ausbildungsfragen“ zu überprüfen. Die Tarifparteien empfehlen, übernommenen Ausgebildeten möglichst einen unbefristeten Arbeitsvertrag anzubieten und nur dann befristet zu übernehmen, wenn dies aus betrieblichen oder persönlichen Gründen sinnvoll ist. Die Chemie-Tarifverträge enthalten weiterhin keinen tariflichen Übernahmezwang. Die Entscheidung zur Übernahme bleibt in der Verantwortung der Unternehmen.

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"Angemessener und tragfähiger Kompromiss"

IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann bewertet das Ergebnis als „einen angemessenen und tragfähigen Kompromiss. Die kraftvollen Aktionen vor Ort haben Wirkung gezeigt, brachten Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen. Wir haben eine spürbare Erhöhung der Entgelte erreicht. Zudem ist es gelungen, die Ausbildungs- und Übernahmeperspektiven der jungen Leute zu verbessern. Die Ära der Befristungen geht zu Ende, wir haben eine Trendwende eingeleitet.“

Auch BAVC-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen wertete die Einigung als „Kompromiss, der für beide Seiten tragbar ist“. Hansen weiter: „Wir haben hart und intensiv verhandelt. Dabei sind die Arbeitgeber beim Geld bis ans äußerste Limit gegangen. Gleichwohl haben wir einen flexiblen Mix gefunden, der die Kostenbelastung im Rahmen hält und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht gefährdet. In der Übernahmefrage haben wir uns auf eine intelligente Lösung verständigt: Wir erhalten die unternehmerische Freiheit und setzen auf Eigenverantwortung statt Zwang. So können wir unsere gemeinsame Erfolgsstory in Sachen Ausbildung fortschreiben.“

Peter Hausmann, IG-BCE-Verhandlungsführer erklärt den Abschluss.

Quellen: IG BCE; BAVC

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