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Abgabemenge in vier Jahren halbiert

Tiermedizin: Trend geht zu wirksameren Antibiotika

| Redakteur: Marc Platthaus

Regionale Zuordnung der Antibiotika-Abgabemengen 2015
Regionale Zuordnung der Antibiotika-Abgabemengen 2015 (Bild: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL))

Es geht in die richtige Richtung: Im vergangenen Jahr ist die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika um 32 Prozent zurückgegangen. Warum die aktuellen Zahlen aber durchaus differenziert betrachtet werden müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Berlin – Im Jahr 2015 wurden 837 Tonnen Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben, . Die Hauptabgabemengen bilden, wie in den vergangenen Jahren, Penicilline mit etwa 303 t und Tetrazykline mit etwa 221 t, gefolgt von Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 82 t, Sulfonamiden mit 73 t und Makroliden mit 53 t.

Verabreichte Antibiotika der 3. und 4. Generation deutlich gestiegen

Von den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuften Antibiotikaklassen (Highest Priority Critically Important Antimicrobials) wurden im Vergleich zum Vorjahr wesentlich höhere Mengen abgegeben (rund 14,9 t Fluorchinolone und rund 4,5 t Cephalosporine der 3. und 4. Generation). Die Abgabe von Fluorchinolonen hat weiter zugenommen und zeigt gegenüber dem ersten Erfassungsjahr 2011 eine Steigerung von nunmehr 82 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist ein Anstieg der Abgabemenge für Cephalosporine der 3. Generation um 1,1 t bzw. 52 Prozent (2,3 t in 2014, 3,2 t in 2015) zu verzeichnen.

Vergleich der Abgabemengen der Wirkstoffklassen 2011 bis 2015
Vergleich der Abgabemengen der Wirkstoffklassen 2011 bis 2015 (Bild: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL))

Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich nicht einzelnen Tierarten zuordnen, da die Mehrzahl der Wirkstoffe für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist.

Regionale Verteilung unterschiedlich

Von 2011 bis 2015 hat die Menge an abgegebenen Antibiotika in verschiedenen Regionen abgenommen. So wurde für die Postleitzahl-Region 49 gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme der Abgabemengen um ca. 192 t (von 506 t auf ca. 314 t) berechnet. Absolut gesehen ist in dieser Region weiterhin die höchste Abgabemenge zu verzeichnen. Für die Postleitzahl-Regionen 16, 26, 27, 33, 48, 49 und 59 ergab sich im Vergleich zu 2014 ein Minus von jeweils mehr als 10 t. Eine größere Zunahme wurde für die Postleitzahl-Region 70 mit einem Plus von ca. 1,2 t dokumentiert.

Ergänzendes zum Thema
 
Hintergrund: Antibiotika-Einsatz in der Tiermedizin

Der Einsatz von Tierarzneimitteln dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen auf den Schutz des Verbrauchers ausgerichtet. Sorge bereitet jedoch, dass der Therapieerfolg sowohl in der Human- wie auch in der Tiermedizin zunehmend durch das Auftreten antibiotikaresistenter Bakterien gefährdet wird. Der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien und/oder der Transfer von Resistenzgenen zwischen Mensch und Tier sind wechselseitig möglich.

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