English China
Suchen

Neue TÜV-Fusionspläne TÜV Rheinland und TÜV SÜD wollen fusionieren

Redakteur: Marion Wiesmann

Der TÜV Süd hat neue Fusionspläne geschmiedet. Nachdem erst im Oktober vergangenen Jahres die Fusion mit TÜV Nord platzte, wollen sich nun TÜV Süd und TÜV Rheinland zusammenschließen.

Firmen zum Thema

Prof. Bruno O. Braun, Vorstandsvorsitzender bei TÜV Rheinland: „Mit dem Zusammenschluss gewinnen wir deutlich an internationaler Schlagkraft und Reichweite.“
Prof. Bruno O. Braun, Vorstandsvorsitzender bei TÜV Rheinland: „Mit dem Zusammenschluss gewinnen wir deutlich an internationaler Schlagkraft und Reichweite.“
( Bild: TÜV Rheinland )

Köln, München – Die beiden größten deutschen technischen Überwachungsorganisationen TÜV Süd und TÜV Rheinland wollen sich zusammenschließen. Durch die Fusion der beiden Trägervereine und anschließende Zusammenlegung der beiden Konzerne soll bis Ende des Jahres ein international schlagkräftiger technischer Dienstleistungskonzern entstehen. Der neue Konzern wäre weltweit die Nummer Zwei nach der Schweizer Konkurrenz SGS. Das Vorhaben unterliegt den Vorbehalten, dass die zuständigen Kartellbehörden und die relevanten Gremien der Vereine und der Gesellschaften ihm zustimmen. Das neue Unternehmen würde weltweit etwa 25 000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von mehr als 2,2 Milliarden Euro erwirtschaften.

TÜV-Fusion soll internationales Wachstum vorantreiben

„Mit dem Zusammenschluss gewinnen wir deutlich an internationaler Schlagkraft und Reichweite“, sagte Prof. Bruno O. Braun, Vorstandsvorsitzender bei TÜV Rheinland. Und auch Dr. Axel Stepken, Vorstandsvorsitzender des TÜV SÜD, bestätigte die Pläne, das internationale Geschäft weiter stärken zu wollen: „Schon heute werden wesentliche Anteile der Umsätze beider Unternehmen außerhalb Deutschlands getätigt. Mit gebündelter Kraft wird es gelingen, internationale Wachstumsmärkte schneller auf- und auszubauen.“

Neben der Fusion der Vereine und der Konzerngesellschaften ist auch die Gründung einer gemeinsamen Stiftung geplant, die als unveräußerbarer, neutraler und unabhängiger Dritter Aktienanteile an dem neuen Konzern halten soll. Stiftungszweck soll insbesondere die Förderung des Ingenieurnachwuchses sein. Es ist vorgesehen, den Sitz des fusionierten Vereins und der Stiftung nach Köln zu legen. Der Hauptsitz der gemeinsamen Konzerngesellschaft soll sich in München befinden.

Den Vorstandsvorsitz des neuen Konzerns soll vorerst Braun übernehmen und Stepken soll sein Stellvertreter werden. Eine Nachfolge ist jedoch bereits abgesprochen: Zum 1. Januar 2010 soll Braun in den Aufsichtsrat wechseln und Stepken dessen Vorsitz übernehmen.

Bundeskartellamt könnte das Vorhaben ausbremsen

Doch zunächst steht die Abwicklung der Fusion an. Bis Mai 2008 soll mit einer Due Diligence sowie der Einleitung der Prüfungsverfahren bei den zuständigen Kartellbehörden die Voraussetzungen für die Zustimmungen der zuständigen Gremien geschaffen werden. Nach den Verwaltungsräten und Mitgliederversammlungen der Vereine sollen die Hauptversammlungen der AGs bis Ende Juni dem Zusammenschluss zustimmen. Nach der Zustimmung der Kartellbehörden ist die Fusion der Vereine vorgesehen. Doch genau daran könnte das Vorhaben scheitern. Erst vor wenigen Monaten platzen die Fusionspläne von TÜV Süd mit TÜV Nord überraschend, unter anderem wegen kartellrechtlicher Bedenken. Wie damals TÜV-Nord-Sprecher Jochen May gegenüber der Tagesschau erwähnte, hätte das gemeinsame Unternehmen seine Tätigkeit stark beschränken müssen.

(ID:242813)