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Chemieindustrie-Studie Übernahmen & Fusionen ziehen in der Chemieindustrie wieder an

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Für die weltweite Chemieindustrie war das Jahr 2012 ein vergleichsweise schwaches Jahr für Übernahmen und Fusionen (mergers and acquisitions, M&A). Angesichts großer wirtschaftlicher Unsicherheit und erwarteter hoher Unternehmensbewertungen haben sich viele Investoren zurückhaltend gezeigt und von Firmenzukäufen abgesehen.

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Übernahmen und Fusionen werden in der internationalen Chemieindustrie in 2013 wieder zunehmen.
Übernahmen und Fusionen werden in der internationalen Chemieindustrie in 2013 wieder zunehmen.
(Bild: freshidea - Fotolia.com)

Einer aktuellen Umfrage zufolge, die die Unternehmensberatung A.T. Kearney im vierten Quartal in der internationalen Chemieindustrie durchgeführt hat, wird das M&A-Geschäft im Jahr 2013 wieder Fahrt aufnehmen. Angefacht wird der Trend durch günstige Finanzierungskonditionen, eine fortdauernde Konsolidierung in Asien und durch den Zugang zu kostengünstigen Rohstoffen für die Unternehmen in den USA, Kanada und Mexiko.

Nachdem das Deal-Volumen im Jahr 2011 auf einen Gesamtwert von 151 Milliarden US-Dollar angestiegen war, brach es 2012 auf 49 Milliarden US-Dollar ein. Zurückzuführen ist dies auf geringere Deal-Volumina und ein Ausbleiben großer Transaktionen. Im Jahr 2012 hatten die Top-Fünf M&A-Geschäfte einen Gesamtwert von lediglich 12,7 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zu 44 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011. Auch die Multiples sind 2012 geringer ausgefallen, allerdings befanden sie sich immer noch über Krisen-Niveau. Dr. Joachim von Hoyningen-Huene, Principal in der Chemie und Öl Practice von A.T. Kearney und Autor der Studie, erläutert: „Ein wichtiger Grund für die geringe M&A-Aktivität im Jahr 2012 war die hohe Kaufpreiserwartung der Verkäufer bei gleichzeitig konservativerer Einschätzung durch Käufer bei einer gesamtwirtschaftlich sehr unsicheren Lage.“

M&A-Aktivität konzentriert sich auf Asien

Mit einem Marktanteil von 43 Prozent waren die asiatischen Käufer im Jahr 2012 am aktivsten. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Konsolidierung der nach wie vor stark fragmentierten asiatischen Märkte. Der Anteil nordamerikanischer Unternehmen hat – bei Käufern wie bei Zielunternehmen – kontinuierlich zugelegt: Er ist von 17 Prozent im Jahr 2009 auf über 24 Prozent im Jahr 2012 angestiegen. Auf sie entfielen 40 Prozent des gesamten Deal-Volumens mit einem Gegenwert von 19 Milliarden US-Dollar.

(Petro-)chemische Unternehmen aus Entwicklungsländern gewinnen an Einfluss

Im Jahr 2012 stammten bereits 107 der Global Fortune 500-Unternehmen (entspricht 21 Prozent) aus Entwicklungsländern – unter ihnen große petrochemische Unternehmen wie Sinopec (China), Sabic (Saudi Arabien), Braskem (Brasilien), PTT (Thailand) und Reliance Industries (Indien).

Thomas Rings, Partner und Leiter des weltweiten Beratungsbereichs Chemie und Öl bei A.T. Kearney betont: „Die Umsätze von Chemieunternehmen aus Entwicklungsländern sind in den letzten Jahren rapide gestiegen. Zwar gründen sie immer noch vorrangig auf einem enormen organischen Wachstum in den jeweiligen Heimatmärkten, jedoch konnten wir auch bereits erste Investitionen in westliche Unternehmen beobachten.“

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