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Forschungsprojekt Ungewöhnliche Verfahrenskombination könnte CO2 zum Rohstoff machen

| Redakteur: Tobias Hüser

Mit einer völlig neuen Kombination aus Elektrochemie und Biotechnologie soll in einem Forschungsprojekt das Klimagas CO2 zum Rohstoff für Biokraftstoffe und Basischemikalien werden. Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Entwicklung mikrobieller Elektrosynthesen.

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Wissenschaftler mit fast 1,5 Millionen Euro.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Wissenschaftler mit fast 1,5 Millionen Euro.
(Bild: Dechema)

Frankfurt am Main – Am Dechema-Forschungsinstitut ist ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Mikrobielle Elektrosynthesen“ gestartet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Arbeiten im Rahmen der Förderinitiative „Basistechnologien für eine nächste Generation biotechnologischer Verfahren“ mit 1 450 000 Euro. Ziel ist die Entwicklung der Grundlagen für neuartige, heute noch nicht realisierbare Verfahren zur Nutzung von CO2 als Rohstoff.

Zur Produktion von Biokraftstoffen und Basischemikalien aus Kohlenstoffdioxid sollen mikrobielle mikrobielle Elektrosynthesen entwickelt werden. Die Mikroorganismen nutzen die Elektronen für Synthesereaktionen, wobei die benötigte elektrische Energie aus regenerativen Quellen gewonnen werden sollte.

„Mikrobielle Elektrosynthesen zeichnen sich dadurch aus, dass die Elektronen nicht aus biologischen Prozessen stammen, sondern direkt in Form von Strom zur Verfügung gestellt werden. Sie können dadurch sehr viel effizienter genutzt werden“, erläutert Biotechnologe Dr.-Ing. Dirk Holtmann, der zusammen mit dem Elektrochemiker Dr. Klaus-Michael Mangold Projektleiter des neuen Forschungsvorhabens ist.

Enge Zusammenarbeit gefordert

Das Projekt wird in Kooperation der Arbeitsgruppen Bioverfahrenstechnik und Elektrochemie des DFI bearbeitet. „Um mikrobielle Elektrosynthesen am Ende technisch nutzen zu können, müssen Mikro- und Molekularbiologen, Bioverfahrenstechnikern und Elektrochemikern von Anfang an eng zusammenarbeiten. Dafür bietet die vorhandene Infrastruktur am Dechema-Forschungsinstitut mit den über viele Jahre aufgebauten Kernkompetenzen der Arbeitsgruppen eine ideale Ausgangslage“, sagt Dr. Jens Schrader, Mitglied des Vorstandes und Leiter der biotechnologischen Forschung am Institut. Damit bestehen beste Voraussetzungen, das außerhalb Europas gerade aufblühende interdisziplinäre Forschungsgebiet der mikrobiellen Elektrosynthesen in Deutschland zu etablieren.

Die gemeinnützige Stiftung Dechema-Forschungsinstitut (DFI) betreibt Forschung für nachhaltige Technologien auf den Gebieten elektrochemische Energiewandler und -speicher, integrierte chemisch-biotechnologische Produktion, Rückgewinnung anorganischer Wertstoffe und innovative Korrosionsschutzkonzepte. Rund 80 Mitarbeiter - Ingenieure, Chemiker, Biologen, Werkstoffwissenschaftler, Techniker und Fachleute anderer Disziplinen – nutzen dafür die über Jahrzehnte aufgebauten Kompetenzen in Biotechnologie, Werkstoffforschung und chemischer Technik.

Das Klimagas CO2 und dessen Emissionshandel ist auch Thema in einem Webinaram 10.07.2013 um 10 Uhr. Das Webinar zeigt, wie Sie die Anforderungen der Monitoring-Verordnung zur Überwachung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen erfüllen und welche Messtechnik Sie dabei unterstützt.

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