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Mikroskopische Urinanalyse Urinscreening gibt Aufschluss über Krankheiten

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Die Untersuchung von Körperflüssigkeiten gehört zu den Standard-Methoden der Labordiagnostik. Blut-, Sekret- oder Urinanalysen geben Hinweise auf Krankheiten oder mögliche Therapien. Lesen Sie, welchen Beitrag mikroskopische Untersuchungen bei der Urinanalytik leisten.

Die mikroskopische Analyse kann bei der Urinuntersuchung zahlreiche Informationen auf Krankheiten oder mögliche Therapien liefern.
Die mikroskopische Analyse kann bei der Urinuntersuchung zahlreiche Informationen auf Krankheiten oder mögliche Therapien liefern.
(Bild: photodesign ag/ZEISS Microscopy)

Wasser, Harnstoff und Elektrolyte, Hormone, Vitamine und Kreatinin: Die Bestandteile des Urins sind Stoffwechselprodukte und überschüssige Körperflüssigkeit. Produziert in den Nieren, ist Urin ein Ausscheidungsprodukt, das über die beiden Harnleiter zur Harnblase und schließlich über die Harnröhre ausgeleitet wird. Aus diesem Grund ist die Urinanalyse eine labortechnische Untersuchungsmethode, die Aufschluss auf zahlreiche Krankheiten gibt. Dabei ist eine mikroskopische Untersuchung Teil dieser medizinischen Laborabläufe, bei der Auffälligkeiten im Rahmen der physikalischen oder chemischen Urinanalyse festgestellt werden sollen. Zellen, Kristalle und andere Substanzen werden gezählt und protokolliert. Eine Urinanalyse des Urinsediments wird i. d. R. im Hellfeld und im Phasenkontrast durchgeführt. Damit lassen sich Erkrankungen wie Diabetes mellitus, verschiedene Formen der Glomerulonephritis sowie chronische Harnwegsinfektionen aufdecken. Im folgenden wird die übliche Vorgehensweise bei einer Urinanalyse dargestellt. Sie ist in drei Analysenabschnitte aufgeteilt: visuell, chemisch und mikroskopisch.

Visuelle Analyse

Abb.1: Visuelle Urinanalyse
Abb.1: Visuelle Urinanalyse
(Bild: ZEISS Microscopy)

Zunächst werden Farbe, Geruch und Aussehen (s. Abb. 1) des frischen Urins einer visuellen Untersuchung unterzogen. Normalerweise ist Urin gelblich bzw. bernsteinfarben und klar. Trübungen können durch Zellmaterial oder Proteine im Urin verursacht werden oder durch die Kristallisation oder Ausfällung von Salzen entstehen. Durch die Hinzugabe einer geringen Menge Säure kann festgestellt werden, ob die Urintrübung möglicherweise durch die Ausfällung von Salzen verursacht wird. Eine abnorme Urinfarbe kann auf bestimmte Nahrung, ein Medikament oder das Vorhandensein von Hämoglobin bzw. Myoglobin hinweisen.

Chemische Analyse

Abb.2: Chemische Urinanalyse
Abb.2: Chemische Urinanalyse
(Bild: ZEISS Microscopy)

Die chemische Analyse von Urin erfolgt üblicherweise mittels gebrauchsfertiger Teststreifen, so genannter Indikatorstreifen. Dabei handelt es sich um Kunststoffstreifen mit kleinen Papierquadraten, die mit Chemikalien getränkt sind. Wird der Streifen in den Urin getaucht, ändert eine chemische Reaktion die Farbe des Papierquadrates. Der Farbumschlag wird mit einer mit den Teststreifen mitgelieferten Farbskala verglichen, um das Testergebnis zu ermitteln (s. Abb. 2). Zu den am häufigsten mit Reagenzstreifen durchgeführten chemischen Tests zählen: spezifisches Gewicht, pH-Wert, Proteingehalt, Glukosegehalt, Ketonkörper und Blut.

Mikroskopische Analyse

Bei Auffälligkeiten in der visuellen oder chemischen Analyse wird i. d. R. eine mikroskopische Analyse durchgeführt, um beispielsweise Blutzellen, Epithelzellen und Krankheitserreger darzustellen oder zu bestimmen. Dafür werden meist 10 bis 15 ml Urin zentrifugiert, damit sich die darin enthaltenen Substanzen am Boden eines Röhrchens absetzen. Die oben im Röhrchen verbleibende Flüssigkeit wird anschließend entfernt und das restliche Sediment mit einem Mikroskop untersucht.

Bildergalerie

Das Urinsediment wird üblicherweise mit einem Durchlichtmikroskop mit Hellfeld- oder Phasenkontrasteinrichtung untersucht. Auch die Visualisierung von Kristallen mithilfe des Polarisationskontrastes kann nützlich sein. Das Sediment wird zunächst mit geringerer Vergrößerung untersucht, um die meisten Kristalle, Zylinder, Platten­epithelzellen und andere große Substanzen zu bestimmen. Im nächsten Schritt erfolgt eine Untersuchung bei hoher Vergrößerung, um im Detail einzelne Kristalle, Zellen und Bakterien zu untersuchen. Abbildungen 3 bis 5 zeigen Mikroskopbilder einer Urin­analyse. Alle Befunde werden gezählt und protokolliert.

Fazit

Die Urinanalyse dient als Screening-Tool zur Erkennung von Substanzen oder Zellmaterial im Urin, mit denen verschiedene Stoffwechselstörungen und Nierenerkrankungen in Verbindung stehen können. Dafür wird ein Mikroskop mit Hellfeld und Phasenkontrast, wie Primostar 3 und Axiolab 5, empfohlen, das auch transparente Elemente im Urin klar erkennbar macht.

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