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Verband der Diagnostica-Industrie Verband fordert Transparenz bei der Bewertung von Innovationen

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Während der Mitgliederversammlung des Verbandes der Diagnostica-Industrie (Vdgh) im Mai in Berlin ging es neben der Vorstandswahl auch darum, wie Innovationen im Bereich der Labordiagnostik bewertet werden. Der Verband sucht hier den engen Dialog mit der Politik.

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Matthias Borst wurde auf der Mitgliederversammlung des Vdgh im Mai als Vdgh-Vorstandsvorsitzender in seinem Amt bestätigt.
Matthias Borst wurde auf der Mitgliederversammlung des Vdgh im Mai als Vdgh-Vorstandsvorsitzender in seinem Amt bestätigt.
(Bild: VDGH)

Berlin – Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbandes der Diagnostica-Industrie (Vdgh) war der Dialog zwischen dem Gesundheitspolitischen Sprecher der Unionsfraktion MdB Jens Spahn (CDU) und dem VDGH-Vorstandsvorsitzenden Matthias Borst der Höhepunkt des öffentlichen Abendprogramms am 7. Mai 2014. Am Folgetag standen Satzungsänderungen sowie Nachwahlen zum Vorstand als zentrale Punkte auf der Agenda der internen Mitgliederversammlung.

Dialog über den Wert der Labordiagnostik zwischen Politik und Verband

In seiner Rede betonte Jens Spahn die Bedeutung der Diagnostik für eine effiziente Therapieentscheidung. Neben der Qualitätssicherung, dem Gendiagnostik- und dem Präventionsgesetz sprach Spahn auch die Problematik in der Bewertung neuer Laborverfahren und Methoden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und dem Bewertungsausschuss an: “Wir brauchen klare Fristen im Bewertungsausschuss, vieles ist dort zu unsystematisch. Der G-BA ist an vielen Stellen eine Blackbox – das ist für Patienten wie für Hersteller unbefriedigend.“ Spahn kündigte ferner an, dass die Koalition bis zum Sommer präzisieren werde, wie der 300 Millionen Euro umfassende Innovationsfonds ausgerichtet ist. VDGH-Chef Matthias Borst äußerte sich bekennend zur Qualitätsdebatte und betonte den Wert der modernen Labordiagnostik u.a. beim Neugeborenenscreening, dem Diabetesmanagement sowie in der Krebstherapie. Mit der Novellierung des Infektionsschutzgesetzes und dem neuen Krebsfrüherkennungsgesetz habe der Gesetzgeber wichtige Aufgaben aufgegriffen. Darüber hinaus ging Borst auf das Thema Fristen im G-BA und im Bewertungsausschuss ein und fand deutliche Worte zur Problematik der Bewertung von Laborinnovationen durch die Selbstverwaltung: „Wir wissen nicht, wer zuständig ist oder was an Unterlagen gefordert ist. Zudem gibt es keine festen Zeiträume, in der ein Diagnostica-Hersteller mit einer Entscheidung rechnen kann. Die Unternehmen brauchen aber Planbarkeit, um am Markt zu bestehen. Bewertungszeiten von zehn Jahren oder mehr sind unzumutbar.“ Borst äußerte an dieser Stelle die Hoffnung, mit der Politik dazu weiterhin im Dialog zu bleiben.

Die Nachwahlen des Vorstandes am 8. Mai 2014 brachten folgende Zusammensetzung: Neu gewählt wurden Dr. Thorsten Hilbich (Diasorin Deutschland) und Dr. Karl-Heinz Pick (Abbott). An der Spitze bleiben Matthias Borst (Becton Dickinson) als Vorsitzender und Ulrich Schmid (A. Menarini Diagnostics) als Stellvertretender Vorsitzender.

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