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Personal Vereinbarkeit von Beruf und Familie systematisch fördern

| Autor / Redakteur: Andrea Bornhöft und Sabine von Rechenberg / Matthias Back

Die demografische Entwicklung macht vor der Unternehmenswelt nicht halt. Ein Kabelhersteller nutzt deshalb eine Auditierung, um sich im Sinne einer lebensphasen-orientierten Personalarbeit familienfreundlich aufzustellen. Neu im Fokus sind dabei die Herausforderungen durch die Pflege von Angehörigen.

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Häufig stehen Mitarbeiter vor einer Dreifachbelastung. Oft ist die Erziehungsarbeit noch im Gange, wenn Ältere in der Familie bereits besondere Zuwendung brauchen.
Häufig stehen Mitarbeiter vor einer Dreifachbelastung. Oft ist die Erziehungsarbeit noch im Gange, wenn Ältere in der Familie bereits besondere Zuwendung brauchen.
(Bild: berufundfamilie gGmbH)

Vereinbarkeit ist ein Lebensthema und für jeden eine große Herausforderung. Die U.I. Lapp GmbH in Stuttgart hat die Auditierung „Berufundfamilie“ zum Anlass genommen, ihre Engagements in Sachen Vereinbarkeit zu systematisieren. Dabei binden die Verantwortlichen langjährig informelle Kulturbestandteile nun transparent und formal in die Unternehmenskultur ein. Die Botschaft: Familie darf sein. Erklärtes Ziel ist es, die Kombination von Beruf und Privatem so zu gestalten, dass unter Berücksichtigung betrieblicher Erfordernisse eine win-win-Situation entsteht. Gerade in der Region Stuttgart ist dies immer auch eine Maßnahme zum Personalmanagement und zur Mitarbeiterbindung. Mit Erfolg: Die Fluktuationsrate liegt bei Lapp unter 3 %.

Familienbewusste Personalpolitik wird bei Lapp traditionell groß geschrieben: Seit Gründung des Unternehmens Mitte der fünfziger Jahre arbeitet Seniorchefin Ursula Ida Lapp als Mutter dreier Kinder im Betrieb und lebte vor, dass Vereinbarkeit machbar ist. Sohn Siegbert Lapp, Vorstand Technik, gründete mit anderen vor mehr als 20 Jahren Kind e.V. Stuttgart, mittlerweile Träger von sechs Kinderhäusern zur arbeitsplatznahen Kinderbetreuung. Bei der Etablierung neuer Wege spielt die Vorbildfunktion Einzelner eine zentrale Rolle. Die Strahlkraft solcher Vorreiter - gerade bei inhabergeführten Unternehmen wie Lapp - ist nicht zu unterschätzen. Erfolgskritische Instanz sind die Führungskräfte: Sie müssen die familienfreundliche Haltung gegenüber ihren Teams konsequent umsetzen - auch in den Turbulenzen des Tagesgeschäfts.

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Inventur des Angebotsportfolios

Die Auditierung nutzen die Verantwortlichen bei Lapp zunächst zur Bestandsaufnahme eines existierenden, bunten Angebotsportfolios. Aus der resultierenden Ist-Analyse wurden Ziele abgeleitet, die das Thema systematisch weiterentwickeln. Das Instrument setzt in insgesamt acht Handlungsfeldern an:

  • Arbeitszeit
  • Arbeitsorganisation
  • Arbeitsort
  • Information & Kommunikation
  • Führung
  • Personalentwicklung
  • Entgeldbestandteile und geldwerte Leistungen
  • Service für Familien

Diese Fokusthemen wurden gemeinsam mit vielen Beteiligten identifiziert und in Resonanzgruppen mit repräsentativ ausgewählten Mitarbeitern vertieft. Neben konkreten nächsten Schritten fanden sich zahlreiche Testimonials, die das Thema nach innen wie außen vertreten. „Erst machen, dann reden“, fasst die schwäbisch-pragmatische Philosophie unter der das Thema bei Lapp vorangetrieben wird, treffend zusammen.

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