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Schweinegrippe

Verlaufsprognosen der Schweinegrippe in den USA

08.05.2009 | Redakteur: Olaf Spörkel

Aktuelle Prognose der Fälle von Schweinegrippe-Infektionen für die USA am 24. Mai. Bei der Darstellung handelt es sich um ein Worst Case Scenario, das wahrscheinlich eintreten würde, wenn keine Maßnahmen zur Eindämmung getroffen würden. Die betroffenen Bereiche sind rot hervorgehoben.
Aktuelle Prognose der Fälle von Schweinegrippe-Infektionen für die USA am 24. Mai. Bei der Darstellung handelt es sich um ein Worst Case Scenario, das wahrscheinlich eintreten würde, wenn keine Maßnahmen zur Eindämmung getroffen würden. Die betroffenen Bereiche sind rot hervorgehoben.

Wissenschafter der Northwestern Universität in Evanston haben mithilfe von Computermodellen Vorhersagen über eine mögliche Ausbreitung der Schweinegrippe erstellt.

Hannover, Evanston/USA – Auch wenn es bezüglich der Ausbreitung der Schweinegrippe erste Entwarnungen gibt, bleibt dennoch Besorgnis. Die wenigsten Menschen können einschätzen, wie sich das Virus in den nächsten Wochen ausbreiten wird. Mit Computermodellen haben Wissenschaftler jetzt Prognosen über die wahrscheinliche Streuung der Viren getroffen, um rechtzeitig und vor Ort vorbereitet zu sein. So hat der Physiker Prof. Dr. Dirk Brockmann mit seinem Team an der Northwestern University in Evanston, USA, eine Drei-Wochen-Projektion für die Verbreitung des Virus der Schweinegrippe in den USA erstellt.

Vorhersagen zur Schweinegrippe

Für Vorhersagen über die Ausbreitung der Schweinegrippe in den USA haben Brockmann und seine Kollegen Christian Thiemann, Rafael Brune, Vincent David und Alejandro Morales Gallardo Modellierungsverfahren und moderne Methoden aus der Theorie komplexer Netzwerke verwendet. Die Wissenschaftler berücksichtigen großskalige Vernetzungen wie Flugverbindungen und Handelswege sowie biologische Details. So simulieren sie ein Worst Case Scenario, das wahrscheinlich eintreten würde, wenn keine Maßnahmen zur Eindämmung getroffen würden. Die ermittelten Werte liegen in der Regel über den realen Werten.

Aus dem Anfangsgeschehen und der Dynamik gewinnen die Wissenschaftler ein Muster, mit dessen Hilfe sie nach eigenen Angaben die Regionen identifizieren können, in denen ein baldiger Ausbruch wahrscheinlich ist. Die Computersimulationen werden täglich an die aktuelle Situation angepasst; neue Informationen zur Übertragbarkeit des Virus und krankheitsspezifische Parameter werden berücksichtigt. Im Worst Case Scenario für die USA werden zurzeit rund 4000 Fälle bis zum 21. Mai vorausgesagt. Brockmann und sein Team simulieren als nächstes die Ausbreitung der Schweinegrippe in Europa.

Dirk Brockmann, der bis 2008 am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen tätig war, forscht seit mehreren Jahren zum Thema „Bioinvasion und epidemische Verbreitung in komplexen Netzwerken“. Diese Forschungen unterstützt die Volkswagenstiftung seit 2007 mit insgesamt rund 440 000 Euro.

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