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VFA-Jahresbilanz 2009 VFA verzeichnet 2009 37 Medikamente mit neuen Wirkstoffen

Redakteur: Marion Henig

37 Medikamente mit neuen Wirkstoffen haben Pharmaunternehmen 2009 in Deutschland auf den Markt gebracht. Das ist die höchste Zahl seit 1997. Worauf die Schwerpunkte der neuen Wirkstoffe liegen und welche Patent und 2010 erwarten, erfahren Sie hier.

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Berlin - Unter den neuen Medikamenten finden sich beispielsweise Präparate zur Behandlung von Gelenkrheuma und einige Krebsarten. Unter den fünf neuen Impfstoffen findet sich erstmals einer gegen die japanische Enzephalitis. Fünf Medikamente dienen der Behandlung seltener Erkrankungen, etwa der Stoffwechselstörung Phenylketonurie oder der Autoimmunkrankheit Muckle-Wells-Syndrom.

Die 37 Medikamente mit neuen Wirkstoffen verteilen sich auf folgende medizinischen Gebiete:

  • Krebs (7 Präparate),
  • Stoffwechselkrankheiten (7),
  • Infektionen (6),
  • Immunkrankheiten (6),
  • hämatologische Erkrankungen (4),
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten (2),
  • Krankheiten des Nervensystems (2),
  • Atemwegserkrankungen (1),
  • Sexualstörungen (1) und
  • Verhütung (1).

Sechs der neuen Präparate enthalten monoklonale Antikörper. Diese biotechnisch hergestellten Wirkstoffe sind natürlichen Abwehrmolekülen des Immunsystems nachempfunden. Einer der neuen Antikörper vernichtet bestimmte Krebszellen auf innovative Weise, indem er sie gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Immunzellen verbindet.

2009 haben Pharma-Unternehmen zudem 19 neue Präparate herausgebracht, bei denen bewährte Wirkstoffe auf neue Weise zum Einsatz kommen: So wirkt ein starkes Schmerzmittel nun in Form eines Nasensprays schon binnen weniger Minuten. Ein neuer Impfstoff auf Basis von Varizellen-Viren bietet erstmals Schutz vor Gürtelrose (statt wie bisherige Varizellen-Impfstoffe vor Windpocken). Gegen Bluthochdruck, Diabetes und Asthma kamen Präparate mit kombinierten Wirkstoffen heraus, die bisher einzeln eingenommen werden mussten. Ein weiteres HIV-Medikament ist nun kindgerecht als Trinklösung verfügbar.

„Bei den neuen Präparaten haben die Unternehmen weiterhin den Schwerpunkt auf schwere Krankheiten gelegt. Für jedes Medikament haben sie im Schnitt 12 Jahre Forschung und Entwicklung und 800 Millionen Dollar aufgewendet. Patienten haben davon allerdings nur dann etwas, wenn die neuen Medikamente sie auch erreichen.“, zieht Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, ein Fazit.

Medikamenten-Innovationen: Was 2010 kommen kann

„2010 ist wieder mit zahlreichen neuen Medikamenten zu rechnen, insbesondere zur Behandlung von Patienten mit Krebs, Herz- und Lungenkrankheiten, aber auch Infektionen, Osteoporose und gynäkologischen Erkrankungen“, so Yzer.

Unter anderem sollen 2010 die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit sowie unterschiedliche Formen der Herzkrankheit Vorhofflimmern besser behandelbar werden. Zwei neue Antibiotika bekämpfen Bakterien, die gegen ältere Antibiotika resistent geworden sind.

Rund 30 der kommenden Medikamente dürften auf neuen Wirkstoffen basieren; bei weiteren Präparaten werden bekannte Wirkstoffe durch eine neue Darreichungsform gegen eine weitere Krankheit einsetzbar - etwa gegen Lungenhochdruck oder die Frauenkrankheit Endometriose.

Etwa ein Viertel der neuen Medikamente wird voraussichtlich der Behandlung seltener Erkrankungen dienen, etwa dem Blutplättchen-Mangel, durch den Patienten immer wieder an Blutungen leiden. „Damit setzen die Unternehmen den Trend der letzten Jahre fort, sich auch bei seltenen Krankheiten für bessere Behandlungsmöglichkeiten zu engagieren“, so Yzer abschließend.

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