Suchen

Unternehmensstrategie Viele Manager sind nicht überzeugt von der Strategie des eigenen Unternehmens

| Redakteur: Sonja Beyer

Auf der Suche nach neuen Wachstumsfeldern übersehen einer aktuellen Studie zufolge viele Manager, dass die eigentlichen Hindernisse innerhalb ihres eigenen Hauses liegen. Den Zusammenhang zwischen einer stimmigen Stragie und dem Unternehmenserfolg hat die Studie gleich mit aufgedeckt.

Firmen zum Thema

Ohne klare Zielsetzung kein Erfolg: Zu viele strategische Prioritäten in einem Unternehmen hemmen die Profitabilität. (Bild: Thomas Nestke/Pixelio)
Ohne klare Zielsetzung kein Erfolg: Zu viele strategische Prioritäten in einem Unternehmen hemmen die Profitabilität. (Bild: Thomas Nestke/Pixelio)

München – Bei der Befragung von Booz & Company unter 1800 Managern von Unternehmen aller Branchen weltweit zeigte sich, dass 43 Prozent der Unternehmen keine differenzierende Strategie haben, die sich durch alle Entscheidungsprozesse zieht. Noch dazu sind 50 Prozent der Entscheider der Meinung, dass die Strategie nicht überzeugend kommuniziert wird. Ein Viertel (26 Prozent) verbringt nach eigenen Aussagen zu viel Zeit damit, Projektanträge zu prüfen, die nicht zur Gesamtzielsetzung passen.

„Viele Unternehmen greifen zu schnell nach neuen Geschäftschancen. In weniger als 50 Prozent der Fälle steckt das Management im Vorfeld einen strategischen Rahmen ab, innerhalb dessen agiert wird. Vielmehr werden verschiedene Optionen gleichzeitig ausgewählt, um das Risiko zu streuen, oder ein attraktiver Markt wird gewählt und dann erst über die Vorgehensweise entschieden. Acht von zehn Managern haben die Erfahrung gemacht, dass die vermeintliche Wachstumsstrategie im Endeffekt zu Verlusten geführt hat“, schließt Booz & Company-Deutschlandchef Klaus-Peter Gushurst aus seinen Gesprächen.

Frustrationsfaktor Nummer eins ist für Führungskräfte der Studie zufolge vor allem die Konfrontation mit zu vielen widersprüchlichen Prioritäten (von 64 Prozent genannt). Besonders auffällig ist dies nach Meinung von 82 Prozent der Befragten in den Zentralbereichen, die unterschiedliche – teilweise widersprüchliche – Anweisungen aus den Geschäftseinheiten bekommen.

Kohärenz als Erfolgsgeheimnis

Die Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Prioritäten und wirtschaftlichem Erfolg: 44 Prozent der Teilnehmer aus Unternehmen mit maximal drei strategischen Prioritäten gaben an, profitabler zu sein als der Marktdurchschnitt, jedoch nicht einmal ein Drittel derjenigen, die mehr als zehn Prioritäten verfolgen müssen. Kohärenz, eine enge strategische Abstimmung zwischen den Fähigkeiten und der Marktposition eines Unternehmens, sei wichtig für den Unternehmenserfolg: „Nach unseren Untersuchungen sind kohärente Unternehmen häufiger überdurchschnittlich profitabel als ihre Wettbewerber. Wir beobachten, dass Wachstum aufgrund einer konsequenten Strategie entsteht, nicht aufgrund einzelner Initiativen“, erklärt Gushurst. Pfizer, Amazon oder Procter & Gamble seien überzeugende Beispiele dafür. Kohärenz war aber nur bei 13 Prozent der untersuchten Unternehmen festzustellen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 26808200)