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Mitarbeiterführung Virtuellen Chefs (nicht) auf der Nase herumtanzen

| Autor / Redakteur: Katrin Koch / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Aufgrund der Globalisierung arbeiten immer mehr Teams ortsunabhängig zusammen. Für Führungskräfte bietet diese Distanz Vor- und Nachteile. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist das Vertrauen in die Teammitglieder. Denn wer als virtueller Chef nicht aufpasst, dem tanzen schnell die Mitarbeiter auf der Nase herum.

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Wer als viruteller Chef nicht aufpasst, dem tanzen schnell die Mitarbeiter auf der Nase herum.
Wer als viruteller Chef nicht aufpasst, dem tanzen schnell die Mitarbeiter auf der Nase herum.
(melosine1302; high_resolution - Fotolia)

Frank Winter sitzt vor seinem Computer und ist genervt. Eben hat er die Absatzzahlen für den letzten Monat erhalten. Ein Wert gefällt ihm gar nicht. Er muss unbedingt eine Videokonferenz mit seinen Mitarbeitern einberufen. Die Sparte Drucksensoren liegt weit unter Vorjahr. Bei solch unangenehmen Terminen würde Winter lieber persönlich mit seinem Team sprechen und auf die virtuelle Kommunikation verzichten. Aber es geht nicht anders. Als Leiter des Vertriebsgebietes DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz) eines internationalen Distributors für Automatisierungstechnik ist Winter eben ein virtueller Chef und seine Mitarbeiter weit verstreut.

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So bleibt ihm meist nur die Besprechung über den Computer. „Ich habe gelernt, dass virtuelles Führen nur mit sehr viel Vertrauen funktioniert. Ein Kontrollfreak darf man als virtueller Chef nicht sein, da würde man nur Magengeschwüre kriegen. Das heißt aber in der Konsequenz: Meine Teammitglieder müssen mehr Verantwortung übernehmen“, erklärt der Vertriebsleiter. Im Großen und Ganzen ist Winter mit der Selbstständigkeit und Disziplin seiner Mitarbeiter zufrieden. Aber manchmal kommt es vor, dass sein Team, durch die erschwerte Kommunikation, ihm unabsichtlich etwas vorenthält. Über das Thema Drucksensoren hat zum Beispiel keiner ein Wort verloren. Jetzt ist es wieder seine Aufgabe, das Team zu sensibilisieren und neue Ziele zu vereinbaren.

In diesem Fall spielt es keine Rolle, welcher Typ Führungskraft er ist. Jedoch sind generell die (Kompetenz-)Anforderungen bei einem virtuellen Chef andere. Er muss eine klare Vision davon haben, wie sich die Zusammenarbeit gestalten und von welchen Werten das Miteinander geprägt sein soll. Darüber hinaus sollte er ein guter Kommunikator sein und eine hohe Affinität zu den modernen Kommunikationstechnologien haben. Nach der Ansicht von Frank Winter sind die entscheidenden Aufgaben eines virtuellen Chefs: geeignete Teammitglieder aussuchen bzw. qualifizieren, Vertrauen aufbauen, die Kommunikation sicherstellen, Arbeitsroutinen etablieren und das Team entwickeln.

Vertrauen will gelernt sein

Die wichtigste Komponente für das Funktionieren virtueller Teams ist das Vorhandensein von Vertrauen. Dieses gilt auch für konventionelle Teams. In virtuellen Teams ist es jedoch deutlich schwieriger, Vertrauen aufzubauen. Das Vertrauen in die Kompetenz lässt sich durch eine entsprechende Auswahl der Teammitglieder realisieren. „Persönliches Vertrauen lässt sich nur aufbauen, indem man den Teammitgliedern eine Gelegenheit gibt, sich persönlich kennenzulernen und ein Gespür dafür zu entwickeln, wie der jeweils andere tickt“, weiß Winter.

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