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Viskosimeter Viskositätsmessungen von Ölen und Kraftstoffen

Autor / Redakteur: Jürgen Utz* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Ansprüche an die Qualität eines Produktes wachsen stetig. Folglich muss die Qualitätskontrolle permanent optimiert werden, um die Produktion hochwertiger Produkte sicherzustellen. Ein überarbeitetes Stabinger-Viskosimeter spielt gerade bei der Qualitätskontrolle von Ölen seine Stärken aus.

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Abb.1: Das Stabinger-Viskosimeter SVM 3001 ...
Abb.1: Das Stabinger-Viskosimeter SVM 3001 ...
(Bild: Anton Paar)

Bei der Messung der Viskosität von Ölen und Kraftstoffen geht es um Sicherheit und die Übereinstimmung mit Standards. Das neue Stabinger-Viskosimeter SVM 3001 von Anton Paar entspricht daher den Anforderungen zahlreicher nationaler und internationaler Normen. Es wurde grundlegend überarbeitet und punktet vor allem mit einer großen und intuitiven Touchscreenoberfläche sowie einer neuen Messzelle, die schnellere Messungen mit geringerem Probenvolumen als das Vorgängergerät ermöglicht. Pro Test werden rund zwei Minuten Messzeit benötigt, bei einem Probenbedarf von 1,5 ml. Das Gerät bestimmt in einem Messzyklus gleichzeitig die dynamische und kinematische Viskosität, die Dichte und wenn gewünscht, den Viskositätsindex.

Hohe Temperaturstabilität durch Peltier-Temperierung

Sowohl die Viskositätsmesszelle als auch der Dichteschwinger wurden bei dem neuen Stabinger-Viskosimeter vollständig überarbeitet. Dabei ist es gelungen, nicht nur den Messbereich für die Viskosität auf von 0,2 bis 30 000 mm2/s zu erweitern, sondern auch die Genauigkeit der Dichtemessung auf 0,0001 g/ml zu verbessern. Die Peltier-Temperierung sorgt für hohe Temperaturstabilität und ermöglicht schnelle Temperaturänderungen. Das Gerät erkennt selbstständig, wann eine Probe optimal temperiert ist und beginnt dann mit der Aufnahme des Messwertes.

Bei Verwendung der Viskositätsindex-Methode führt das SVM 3001 die Messung bei zwei unterschiedlichen Temperaturen durch und berechnet automatisch den Viskositätsindex gemäß ASTM D2270.

Das SVM 3001 kann über einen weiten Temperaturbereich von -60 °C bis +135 °C messen. Leistungsfähige Peltier-Elemente und die kompakte Messzelle ermöglichen Heizraten von bis zu 20 °C pro Minute. Dadurch werden für eine Temperaturänderung nur wenige Minuten benötigt. Das SVM 3001 braucht für Temperaturen bis -20 °C keinen zusätzlichen externen Kühler. Tiefere Temperaturen können durch Unterstützung eines einfachen externen Kühlers, beispielsweise mit einem Wasser/Isopropanol-Gemisch, erreicht werden.

Einfache und intuitive Handhabung

Die Menüführung ist intuitiv. Die wichtigsten Methoden sind bereits vordefiniert, sodass einfach nur noch „Start“ gedrückt werden muss und das Messergebnis erscheint nach wenigen Minuten auf dem Display. Dabei kann man verschiedene Anzeigelayouts auswählen und das Gerät somit an individuelle Anforderungen anpassen. Im Datenspeicher können bis zu 1000 Messergebnisse gespeichert werden. Der Datenexport erfolgt über USB-Stick, Drucker, Ethernet oder LIMS. Zusätzlich können eine Tastatur, Maus oder ein Barcodeleser angeschlossen werden.

Das SVM 3001 ist besonders für die schnelle und zuverlässige Qualitätskontrolle im Labor geeignet wie die Untersuchung von Produkten wie Rohöl, Schmieröl, Dieselkraftstoff, Flugtreibstoff, Pflanzenöl, Hydrauliköl, Getriebeöl, Gebrauchtöl jeder Art (gemäß DIN 51659-2), Polymerlösungen, Tinten und vielen anderen Chemikalien. Durch die Verwendung von chemisch hochbeständigen Werkstoffen in der SVM-Messzelle kann eine sehr große Vielfalt an Proben gemessen werden. Dank der vielen speziellen Messmöglichkeiten wie automatisierte Temperaturscans überzeugt es auch im Bereich Forschung und Entwicklung. Automatisch wird die Befüllung der Dichtemesszelle in Echtzeit überprüft und erfüllt damit die Anforderungen von D4052. Der Bediener bekommt angezeigt, ob eine Befüllung eventuell unvollständig ist oder Luftbläschen enthält. Diese Funktion vermeidet Fehlmessungen.

Optionaler Autosampler für hohe Probenaufkommen

Bei hohen Probenaufkommen lässt sich das Viskosimeter mit unterschiedlichen automatischen Probenwechslern erweitern, die das Messen von bis zu 71 Proben ermöglichen. Dadurch wird die Produktivität maximiert bei gleichzeitiger Minimierung der Kosten.

Es können bis zu drei unterschiedliche Lösungsmittel zur Reinigung eingesetzt werden, sodass viele unterschiedliche Proben automatisiert nacheinander gemessen werden können. Während das Gerät eine große Zahl von Proben automatisch misst, können Anwender die Zeit für andere wichtige Aufgaben nutzen. Das Stabinger-Viskosimeter lässt sich als Mastergerät außerdem mit anderen Geräten wie Refraktometern kombinieren. Die jeweiligen Module werden automatisch erkannt und über das Touchscreendisplay gesteuert. Weiteres Zubehör wie beispielsweise die Heißfüllvorrichtung oder der Magnetpartikelfänger runden das Programm ab.

So können beispielsweise mit der Heißfüllvorrichtung Proben mit hohem Schmelzpunkt wie etwa Wachse, Rückstandsöle, schweres Rohöl oder Bitumen für die Messungen leicht eingefüllt und am Ende wieder ausgebracht werden. Die Heißfüllvorrichtung wird durch das Peltiersystem des Stabinger-Viskosimeters beheizt, ist thermisch isoliert, platzsparend und einfach am SVM 3001 anzubringen. Der Magnetpartikelfänger entfernt störende ferromagnetische Partikel, wie sie beispielsweise oft in Gebrauchtöl enthalten sind.

Mit diesen Features und dem umfangreichen Zubehör liefert das neue Stabinger-Viskosimeter schnell und zuverlässig eine Vielzahl von Viskositäts- und Dichteparamtern.

* J. Utz: Anton Paar Germany GmbH, 73760 Ostfildern

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