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Big Data

Von kleinen Proben zu Big Data: die Zukunft des digitalen Labors

| Autor / Redakteur: Florian Hauer* und Martin Koch* / Marc Platthaus

So können sich Kollegen im Labor von jedem Rechner mit gesichertem Zugriff auf das Netzwerk – sei es innerhalb des gleichen Gebäudes oder auf einem anderen Kontinent – an dem Gerät anmelden, Laufparameter eingeben und Daten von dem Gerät empfangen. Bei entsprechender Automatisierung können so ganze Mess- oder Produktionszyklen aus der Ferne gesteuert und überwacht werden.

Die Integration von Geräten über den SiLA-Standard (Standards in Lab Automation ) ist dabei auf verschiedenen Wegen möglich: z.B. über einen SiLA-kompatiblen Treiber, der auch nicht-konformen Geräten eine Kommunikation mit dem Webservice ermöglicht. Ein SiLA Interface Converter ermöglicht es Geräten, auf denen Daten und Dienste in einem kompatiblen Format bereitgestellt werden, über einen Webservice mit dem Process-Management-System zu kommunizieren. Als dritte Implementierungsstufe stellen SiLA-kompatible Laborgeräte ihren eigenen Webservice für eine direkte Kommunikation mit dem Process-Management-System zur Verfügung. Diese verschiedenen Implementierungsebenen helfen nicht nur dabei, neue Geräte kompatibel zu machen, sondern auch bereits im Labor installierte Geräte an die IT-Infrastruktur im Labor anzubinden.

Bedarf nach einheitlichem Protokollstandard

Eine Anbindung von Laborgeräten z.B. an ein Digitales Laborbuch oder ein LIMS ist in vielen Fällen bereits möglich, oft jedoch müssen dazu aufwändige und kostspielige Insellösungen entwickelt werden. Ansätze, die eine Plug-and-Play-Anbindung von Laborgeräten erlauben, sind allerdings keine allzu ferne Zukunftsmusik mehr. Die Integration eines SiLA-kompatiblen Prozess-Management-Systems in ein digitales Laborbuch, wie es beispielsweise gerade in einer Zusammenarbeit des Fraunhofer-Institutes für Produktionstechnik und Automatisierung IPA mit dem Unternehmen Labfolder entwickelt wird, kann die routinemäßige Anbindung einer großen Zahl von Laborgeräten stark vereinfachen.

Der nächste notwendige Schritt besteht in der Entwicklung eines einheitlichen Protokollstandards, der es erlaubt, Messungen aus Geräten und Eintragungen im digitalen Laborbuch in einen größeren Zusammenhang zu bringen. Das Ziel dieses Standards muss es sein, eine Infrastruktur bereitzustellen, in der Daten so abgelegt werden können, dass sie den Blick auf größeres freiwerden lassen. Wenn erst einmal Daten aus vergangenen Prozessen automatisch für die Optimierung von neuen Prozessen verwendet werden können – dann ist die Vision des integrierten und flexiblen Labors greifbar und die Versprechungen von Big-Data-Anwendungen können Realität werden.

* Dr. F. Hauer: Labfolder GmbH, 10119 Berlin, Tel. +49-30-91572642

* *Dr. M. Koch: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, 70569 Stuttgart

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp: Big Data in Laboren

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