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Grimsvötn Vulkanausbruch auf Island – Erste Messungen liegen vor

| Redakteur: Doris Neukirchen

Experten des Forschungszentrum Jülich haben die Aschewolke des Grimvötn gemessen. Die Konzentration scheint aber insgesamt sehr niedrig zu sein. Das Rückstreusignal ist deutlich kleiner als beim Eyjafjallajökull.

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Erste Messung der Aschewolke: Die Wolke war ab 18 Uhr (24.05.) zu beobachten und zunächst in einer Höhe von 5-7 km. Später bis 25.05. früh um acht ist dann der Asche-Layer auf 2,5-3,5 km zu finden. (Quelle: Forschungszentrum Jülich)
Erste Messung der Aschewolke: Die Wolke war ab 18 Uhr (24.05.) zu beobachten und zunächst in einer Höhe von 5-7 km. Später bis 25.05. früh um acht ist dann der Asche-Layer auf 2,5-3,5 km zu finden. (Quelle: Forschungszentrum Jülich)

Am Abend des 24. Mai, drei Tage nach dem Ausbruch, ist die Aschewolke des Vulkans Grimsvötn aus Island in Norddeutschland angekommen. Im Lauf des nächsten Morgen sind einige Flughäfen im Norden Deutschlands geschlossen worden, eine Vorsichtsmaßnahme, die auch schon im letzten Jahr nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull ergriffen worden war. Denn Aschepartikeln können Triebwerke in Flugzeugen beschädigen und dadurch die Sicherheit beeinträchtigen.

Grenzwert seit 2010 festgelegt

Erst nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull im April 2010 wurde dafür ein Grenzwert von zwei Milligramm Asche pro Kubikmeter definiert, unterhalb dessen Flüge zugelassen werden können. Die Messflüge der Falcon 20E des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben zu dieser Bestimmung erheblich beigetragen. Inzwischen sind die damals gesammelten Daten umfassend ausgewertet: Über Deutschland wurde dieser Grenzwert nach dem Eyjafjallajökull-Ausbruch an keinem Tag überschritten. „Insgesamt hat der Vulkan schätzungsweise rund zehn Megatonnen Asche und drei Megatonnen Schwefeldioxid ausgestoßen“, sagt Prof. Dr. Ulrich Schumann vom Institut für Physik der Atmosphäre des DLR. „Wir konnten die Ascheschicht in Höhen bis zu sieben Kilometern finden. Sie war einige hundert Meter bis zu drei Kilometer dick und 100 bis 300 Kilometer breit.“ Die Aschewolke ähnelt in vielerlei Hinsicht Staubwolken bei Sahara-Wüstenstürmen, die das DLR in der Vergangenheit mehrfach vermessen hat. Dennoch müssen auch diesmal die Aschekonzentrationen in der Luft erst ermittelt werden: Wissenschaftler aus dem Forschungszentrum Jülich sind bereits in Rendsburg in der Nähe der Kieler Bucht und messen vom Boden aus die vertikale Ausdehnung der Aschewolke und bestimmen ihren zeitlichen Verlauf. LABORPRAXIS berichtete

DLR-Messflüge mit Falcon 20E erst ab Sonntag möglich

Das DLR-Forschungsflugzeug Falcon20E ist zurzeit noch im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums unterwegs, um Höhenmess-Systeme zu kalibrieren. Die Arbeit wird voraussichtlich am Donnerstag beendet. Falls das Bundesverkehrsministerium einen entsprechenden Auftrag erteilt, kann das Flugzeug für eine neue Messkampagne umgerüstet werden, sodass erste Messflüge durch die Aschewolke des Grímsvötn frühestens ab Sonntag starten könnten. Möglicherweise hat sich bis dahin die Lage entspannt, sodass erneute Messflüge nicht mehr nötig sind, meint Andreas Schütz, Pressesprecher des DLR. Aktuell arbeiten die DLR-Forscher um Prof. Dr. Ulrich Schumann daran, die Satellitendaten der Aschewolke für den Deutschen Wetterdienst (DWD) auszuwerten, um die Vorhersagen zu verbessern.

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