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Internet-Sicherheit Was tun gegen Spähattacken?

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Wie sich Unternehmen am effektivsten vor Spähattacken schützen können, hat eine aktuelle Studie untersucht, die die Nifis – Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. auf der diesjährigen Cebit (16. bis 20. März 2015 in Hannover) präsentiert.

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Für eine moderne Informations- und Wissensgesellschaft ist Deutschland nicht angemessen gegen Spähattacken gerüstet.
Für eine moderne Informations- und Wissensgesellschaft ist Deutschland nicht angemessen gegen Spähattacken gerüstet.
(Bild: Public Domain CC0 )

Nach der Nifis-Studie liegt das wichtigste Mittel zur Prävention vor Cyberangriffen in der genauen Prüfung des Cloud Services-Anbieters. 88 % der befragten IT-Experten stimmen dem zu. Um Daten-Spionage weitgehend ausschließen zu können, ist es dabei für 84 % der Fachleute notwendig, dass die Daten nicht auf Servern von Unternehmen gespeichert werden, die in den USA angesiedelt sind oder die eine Muttergesellschaft bzw. Tochtergesellschaften in den USA haben. Die Mehrheit der Experten empfiehlt zudem: Deutsche Firmen sollten auf deutsche oder zumindest auf europäische Anbieter von Cloud Services zurückgreifen (84 %).

Maßnahmen-Mix bietet besten Datenschutz

„Die deutsche Wirtschaft hat den Spähattacken den Kampf angesagt. 81 % der Unternehmen verstärken die Maßnahmen, um sich vor Ausspähung zu schützen“, resümiert Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp, Vorsitzender der Nifis. Für 79 % der Unternehmen steht der Schutz vor Hackerangriffen im Fokus ihrer Bemühungen. Dementsprechend werden sich die Ausgaben für IT-Sicherheit und Datenschutz in 2015 weiter erhöhen.

Für Lapp ist jedoch klar, dass „es keinen absolut sicheren Schutz vor Spähattacken geben kann“. Laut Nifis-Studie ist sich darin eine überwältigende Mehrheit von 90 % der Experten einig. „Selbst der Cloud Service-Anbieter unseres Vertrauens reicht nicht aus, um sich optimal vor Cyberangriffen zu schützen.“ 80 % der Fachleute sind vielmehr der Meinung, dass auch der Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien immer wichtiger wird. Um die Situation für deutsche Unternehmen zu entschärfen, sollten die Mitarbeiter darüber hinaus im vertrauensvollen Umgang mit Daten geschult werden. Dieser Meinung schließen sich 71 % der Befragten an.

Staat, Wirtschaft und Wissenschaft müssen eng zusammenarbiten

Die Maßnahmen, die die Unternehmen zum Schutz ihrer sensiblen Daten ergreifen, müssen von staatlichem Handeln flankiert werden. In diesem Zusammenhang sieht Lapp „die Entwicklung neuer, fortschrittlicher Sicherheitstechnologien in Deutschland als große nationale Aufgabe“. Dies erfordert eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft, einhergehend mit einem umfangreichen Wissensaustausch. „Denn die aktuelle IT-Sicherheitssituation ist für eine moderne Informations- und Wissensgesellschaft wie Deutschland nicht angemessen“, betont Lapp.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

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