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Biomasse Wertstoffe aus Biomasse und Abfällen

| Redakteur: Sonja Beyer

Mit der bloßen Entsorgung von Reststoffen, Nebenprodukten und Abfällen verschenkt die verarbeitende Industrie wertvolles Biomassepotenzial. Um bislang ungenutzte biogene Stoffströme aus der Lebensmittelindustrie, der Entsorgungsbranche oder der Land- und Forstwirtschaft verwertbar zu machen, werden im Netzwerk Biores Produkte und Verfahren für die stoffliche und energetische Nutzung biogener Reststoffe entwickelt.

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Wertschöpfung mit Biomasse: Rasen ist ein möglicher Wertstoff für die stoffliche oder energetische Nutzung. (Bild: ttz Bremerhaven)
Wertschöpfung mit Biomasse: Rasen ist ein möglicher Wertstoff für die stoffliche oder energetische Nutzung. (Bild: ttz Bremerhaven)

Bremerhaven – In dem Netzwerk, das vom ttz Bremerhaven geleitet wird, sind Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette rund um die Biomassenutzung vertreten, vom Produzenten über das verarbeitende Gewerbe bis zum Anlagenbauer und Dienstleister. Die Partner arbeiten an neuen Konzepte für existierende Standorte und Entsorgungsströme, im Rahmen derer neue Verwertungstechnologien eingeführt werden. Die Modellstandorte sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Es sollen Leuchtturmprojekte entstehen, deren Rentabilität in Wirtschaftlichkeitsanalysen geprüft wird. Ziel ist es, neue Wertschöpfungsketten rund um biogene Reststoffe im Verbund mit Firmen, Verbänden und Forschungsdienstleistern zu etablieren.

Biores betrachtet Nebenprodukte als Wertstoffe, weil sie Grund- oder Rohstoffe anderer Produkte sein können. Weil die stoffliche Nutzung von Biomasse das große Potenzial von Reststoffen am effizientesten nutzt, hat sie Vorrang vor der thermischen Verwertung. Die bei der stofflichen Verarbeitung anfallenden Nebenprodukte können ihrerseits weiter verarbeitet oder durch speziell entwickelte Technologien aufbereitet und energetisch nutzbar gemacht werden. Dieses Know-how soll aus vermeintlichen Reststoffen Verpackungsmaterialien, Baustoffe, Grund- oder Feinchemikalien, Dünger oder Futtermittel entstehen lassen. Die Co-Feuerung in Kraftwerken oder dezentralen Kleinkraft- und Heizwerken sind potenzielle Einsatzmöglichkeiten. Denkbar ist auch die Verarbeitung zu Pellets, Alkohol oder energetisch nutzbaren Gasen.

Gefördert wird das Projekt vom Programm ZIM-Nemo des Bundeswirtschaftsministeriums. Kleine und mittelständische Unternehmen werden bei Produkt- und Verfahrensentwicklungen unterstützt.

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