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Lymphome Wichtiges Überlebenssignal in aggressiven Lymphomen entdeckt

| Redakteur: Doris Neukirchen

Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München ist es in Zusammenarbeit mit der Charité-Universitätsmedizin Berlin gelungen, einen essenziellen Baustein für das Überleben einer Untergruppe von bösartigen Lymphomen aufzudecken. Die Forscher konnten eine entscheidende Rolle des PI3K Signalweges in bestimmten Lymphomzellen nachweisen.

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Von der Proliferationsanalyse zu Expressionsmustern: Durchflusszytometrie, Chromatinreinigung und Genexpressionsprofil von Lymphomen. (Grafik: Bernhard Kloo)
Von der Proliferationsanalyse zu Expressionsmustern: Durchflusszytometrie, Chromatinreinigung und Genexpressionsprofil von Lymphomen. (Grafik: Bernhard Kloo)
( Archiv: Vogel Business Media )

Neuherberg – Die Ergebnisse liefern neue potenzielle Ansatzpunkte für eine Behandlung einer besonders aggressiven Untergruppe von Lymphomen. Die beiden Arbeitsgruppen von Dr. Daniel Krappmann am Helmholtz Zentrum München und Prof. Georg Lenz an der Berliner Charité haben den PI3K-Signalweg als wichtiges Überlebenssignal in einer aggressiven Untergruppe, dem so genannten aktivierten B-Zell (ABZ) Typ, von diffus großzelligen B-Zell-Lymphomen (DGBZL) identifiziert.

Es ist bekannt, dass Veränderungen im PI3K Signalweg häufig zur Tumorentstehung beitragen. Im Falle der ABZ-Lymphome konnten die Forscher zeigen, dass der PI3K-Signalweg die Aktivierung des Transkriptionsfaktors NF-kappaB steuert. NF-kappaB reguliert eine Vielzahl von Genen, die das Überleben und Wachstum der ABZ-Lymphomzellen garantieren. Die Blockade des PI3K-Signalweges führt zu einer verminderten Aktivierung von NF-kappaB und somit zum Absterben in einer Untergruppe der ABZ-Lymphomzellen. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass der PI3K Signalweges möglicherweise ein vielversprechendes therapeutisches Ziel für bestimmte aggressive Lymphome darstellt.

Hintergrund Lymphome

Lymphome sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Bei etwa 30 bis 40 Prozent aller Lymphom-Patienten wird ein so genanntes diffus großzelliges B-Zell-Lymphom (DGBZL) diagnostiziert. Je nach zellulärem Ursprung können Untergruppen von DGBZL unterschieden werden, wie z.B. der „aktivierte B Zell-Typus“ (ABZ), der aufgrund besonderer Aggressivität eine sehr schlechte Prognose hat. Gesunde B-Zellen tragen Antigenrezeptoren auf ihrer Oberfläche, um Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Zellen der ABZ-Lymphome zeichnen sich durch chronische und pathologische Aktivierung dieser Antigenrezeptoren aus – wird der Antigenrezeptor abgeschaltet, sterben die Zellen ab. In der neuen Studie ist es gelungen einen Mechanismen aufzuklären, wie die chronische Aktivierung der Antigenrezeptoren das Überleben der ABZ-DGBZL-Zellen bewirkt.

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