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Langfristig sicherer Speicher für sensible Gesundheitsdaten Wider der Angst vorm „Gläsernen Patienten“

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Die elektronische Patientenakte wird in Deutschland seit längerer Zeit z.T. kontrovers diskutiert. Ein Hemmnis für die Entwicklung: Die Frage nach der Datensicherheit. Nun haben Forscher der TU Darmstadt einen technologischen Prototypen entwickelt, der eine jahrzehntelange sichere Speicherung sensibler Gesundheitsdaten gewährleisten soll. Über Herausforderungen und Chancen sprach mit uns der Sprecher des Sonderforschungsbereiches „CROSSING“.

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Die elektronische Patientenakte soll auch in Deutschland kommen. Von der zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitswesens können auch die Patienten in mehrfacher Hinsicht profitieren. Es bleibt die Frage nach der Sicherheit der hochsensiblen Daten.
Die elektronische Patientenakte soll auch in Deutschland kommen. Von der zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitswesens können auch die Patienten in mehrfacher Hinsicht profitieren. Es bleibt die Frage nach der Sicherheit der hochsensiblen Daten.
(Bild: ©M.Jenkins - stock.adobe.com)

Prof. Dr. Johannes Buchmann: Eine wesentliche Herausforderung und Hürde ist die Sicherung dieser hochsensiblen Daten. Einerseits müssen sie denjenigen zur Verfügung stehen, die sie brauchen. Zum Beispiel für gute Therapie und Prävention. Aber auch für medizinische Forschung. Andererseits müssen wir die Privatheit der betroffenen Menschen gewährleisten, und zwar langfristig und wir müssen sicherstellen, dass die Daten nicht versehentlich oder mutwillig verändert werden.

LP: Patientendaten müssen ja lebenslang und z.T. noch darüber hinaus gespeichert werden. Sie müssen über diesen langen Zeitraum vertraulich und unverändert bleiben, auch ungeachtet zukünftiger technologischer Neu-Entwicklungen. Wie kann dies gewährleistet werden?

Prof. Dr. Buchmann: Im Sonderforschungsbereich „CROSSING“ haben wir das System „LINCOS“ entwickelt, das gespeicherte Daten langfristig vertraulich halten kann und sie vor ungewollten Veränderungen langfristig schützt. Um die Vertraulichkeit zu gewährleisten, setzen wir auf so genannte informationstheoretisch sichere Lösungen. Sie garantieren Schutz unabhängig von zukünftigen technologischen Entwicklungen. Hierbei kommen auch fortgeschrittene Technologien wie der Quantenschlüsselaustausch zum Einsatz. Der langfristige Schutz vor Veränderungen wird durch eine Kette von Integritätszertifikaten erreicht. Diese Zertifikate (sie verwenden elektronische Signaturen) werden regelmäßig aktualisiert.