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Wie denken Beschäftigte in der Chemiebranche über Nachhaltigkeitsthemen?

| Redakteur: Alexander Stark

Wie ticken die Chemie-Beschäftigten in Sachen Nachhaltigkeit? Kennen sie die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie3? Sind die Unternehmen aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „nachhaltig” genug? Das sind zentrale Fragen einer Studie, die die Chemie-Sozialpartner in Auftrag gegeben haben, um zu erfahren, wie es um das Nachhaltigkeitsverständnis der Beschäftigten bestellt ist.

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Das Nachhaltigkeitsverständnis der Chemie-Beschäftigten ist „grün”. Mit Nachhaltigkeit assoziieren 98 % der Befragten Umweltthemen.
Das Nachhaltigkeitsverständnis der Chemie-Beschäftigten ist „grün”. Mit Nachhaltigkeit assoziieren 98 % der Befragten Umweltthemen.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Berlin – Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei Beschäftigten der Chemiebranche ist groß. Allerdings hat die Befragung der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE verdeutlicht, dass es noch einiger Anstrengung bedarf, die Dreidimensionalität von nachhaltiger Entwicklung und die wechselseitige Beeinflussung von Ökologie, Ökonomie und Sozialem stärker herauszustellen. Ebenso zeigen die Ergebnisse, dass eine Vielzahl von Unternehmen auf einem guten Weg sind und ein hohes Nachhaltigkeitsengagement aufweisen. Allerdings wird auch deutlich, dass es hier auf die Größe ankommt: je größer der Betrieb, desto stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeitsthemen.

Sozialpartnerschaft hat eine gute Tradition in der Branche. Die Ergebnisse spiegeln eindrucksvoll wider, dass sich Tarifbindung und Mitbestimmung positiv auf das Nachhaltigkeitsengagement auswirken. Die Befragung zeigt jedoch ebenso eine Reihe von Verbesserungspotenzialen und Handlungsoptionen für die unternehmerische Praxis auf.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Der Begriff „Nachhaltigkeit” ist bei fast allen Befragten bekannt. Knapp zwei Drittel (59  %) geben an, ihn genau zu kennen. Weitere 37 % der Beschäftigten haben eine grobe Vorstellung, was er bedeutet. 4 % kennen den Begriff, seine genaue Bedeutung aber nicht.
  • Das Nachhaltigkeitsverständnis der Chemie-Beschäftigten ist „grün”. Mit Nachhaltigkeit assoziieren 98 % der Befragten Umweltthemen. 40 % der Befragten verbinden mit Nachhaltigkeit soziale Aspekte und nur 28 % sehen einen wirtschaftlichen Zusammenhang.
  • Mit zunehmender Betriebsgröße bescheinigen die Beschäftigten ihrem Arbeitgeber ein stärkeres Nachhaltigkeitsengagement auf Feldern wie Gesundheit, Aus- oder Weiterbildung. Während sich von den Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen nur etwa jeder Zehnte durch Weiterbildungsangebote unterstützt sieht, ist es in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten schon jeder Dritte.
  • Tarifbindung und Mitbestimmung sorgen für mehr Nachhaltigkeitsengagement in den Unternehmen. Zum Beispiel werden Erstausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahmen bei 31 % der tarifgebundenen Unternehmen stark unterstützt, während dieser Wert in Unternehmen ohne Tarifbindung nur bei 18 % liegt.
  • Chemie3 ist wenig bekannt, dennoch erfährt die Initiative große Unterstützung. Nur 10 % der Beschäftigten kennen die Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Chemie. 95 % unterstützen aber das gemeinsame Engagement der drei Allianzpartner für nachhaltige Entwicklung.

Die Befragung zeigt Verbesserungspotenziale und Handlungsoptionen für die unternehmerische Praxis auf. Diese Impulse will Chemie³ gemeinsam mit Unternehmen und Beschäftigten aufgreifen.

Der Begriff „Nachhaltigkeit” ist bei fast allen Befragten bekannt. Knapp zwei Drittel (59 %) geben an, ihn genau zu kennen.
Der Begriff „Nachhaltigkeit” ist bei fast allen Befragten bekannt. Knapp zwei Drittel (59 %) geben an, ihn genau zu kennen.
(Bild: BAVC)

Hintergrund der Studie

Im Jahr 2017 wurde eine neue Strategie für die Initiative Chemie3 verabschiedet. Zum ersten Mal wurde das Ziel aufgenommen, das Bewusstsein für die Bedeutung der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit bei den Beschäftigten der Branche zu stärken.

Um Annahmen des derzeitigen Nachhaltigkeitsverständnisses validieren zu können, wurde im zweiten Quartal 2018 eine Befragung von Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen und der Kunststoffindustrie gestartet. Diese hat Kantar Public im Auftrag von BAVC und IG BCE durchgeführt. Die Daten der Studie wurden durch eine Online-Befragung erhoben. Daran haben 805 Beschäftigte teilgenommen.

Hier finden Sie die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage.

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