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Manager-Studie Wie fit sind Deutschlands Manager wirklich?

| Redakteur: Matthias Back

In einer immer schneller werdenden Gesellschaft wird oftmals auch das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der jeweiligen Situation angepasst – und das nicht immer zum Positiven. Um Zeit einzusparen, nimmt man das Auto oder den Fahrstuhl, nach Feierabend wird noch schnell eine halbe Stunde auf dem Stepper eingelegt und essen ist ein Luxus, der knapp zwischen den Terminen eingeschoben wird. Besonders die Rige der Manager in Deutschland ist von der heutigen Zeitnot sehr stark betroffen.

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Unter deutschen Managern gibt es gravierende Abweichungen zwischen der Selbstwahrnehmung und dem Ist-Zustand.
Unter deutschen Managern gibt es gravierende Abweichungen zwischen der Selbstwahrnehmung und dem Ist-Zustand.
(Bild: iQoncept/Fotolia.com)

Hamburg – Die Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden werden dabei lange Zeit nicht wahrgenommen. Feelgood (www.feelgood.de), das Onlineprogramm für einen gesunden Lebensstil, befragte 2.460 seiner Mitglieder in Führungspositionen, wie diese ihren Fitness- und Gesundheitsgrad einstufen.

Schlafstörungen stehen ganz oben auf der Liste

66 % der Befragten gaben an, dass sie sich selber als sehr fit einstufen, während 28 % der Manager sich als mittelmäßig fit fühlen. Nur 6 % fühlen sich unfit und fühlen Beeinträchtigungen in ihrer Gesundheit und ihrem Wohlergehen.

Im Anschluss an die Befragung verglich Feelgood die Antworten mit den tatsächlichen Analyseergebnissen der jeweiligen Nutzer. Das Ergebnis war erstaunlich. Der ermittelte PAL (Physical Activity Level) passte ebenso wenig zu dem Grad der selbst eingeschätzten Fitness wie bestimmte Defizite im Alltagsleben, die die Befragten angaben (Mehrfachangaben waren möglich). Zu diesen zählen Schlafstörungen (73 %) , Morgenmüdigkeit (56 %), Verdauungsstörungen (31 %) sowie Kreislaufprobleme (22 %).

Clemens Janssen, wissenschaftlicher Leiter bei Feelgood, erklärt, was es mit dieser Differenz zwischen Selbstwahrnehmung und dem tatsächlichen IST-Zustand auf sich hat. “Gesundheitliche Probleme infolge eines sehr stressigen und ungesunden Lebenswandel treten schleichend auf. Der Betroffene nimmt oft über sehr lange Zeit nicht wahr, dass er unter gesundheitlichen Einschränkungen aufgrund seines Alltagsstress leidet oder erkennt den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nicht. Schlafstörungen, das häufigste Symptom eines sehr schnellen und hektischen Lebens wird oftmals nur dem jeweiligen Tag zugeschrieben und nicht in den Gesamtzusammenhang gesetzt. Zudem wird oftmals ein gesunder Lebensstil gelebt der in Wirklichkeit gar keiner ist“, so Janssen weiter.

Ausreichend Ruhe- und Entspannungsphasen sind immens wichtig

„Viele Manager heutzutage streben einen gesunden Lebensstil an und versuchen, regelmäßig Sport zu treiben und sich bedingt gesund zu ernähren. Jedoch muss die Belastung, der Stress und die Hektik, die im Alltag entsteht, immer dazu in Relation gesetzt werden. Eine halbe Stunde Laufband pro Tag und ein Salat aus der Kantine sind zwar ein guter Anfang, jedoch gleichen sie den Stress nur bedingt aus, wenn man ansonsten immer auf Fahrstuhl, Auto und Co. zurückgreift und sich beruflich über seine eigenen Grenzen hin verausgabt. So öffnet man psychischen und physischen Erkrankungen die Tür, die sich dann langsam und oftmals jahrelang unbemerkt ihren Weg an die Oberfläche bahnen.“

Neben einer bewussten und gesunden Ernährung sowie eine kontinuierliche, leicht in den Alltag zu integrierende Bewegung ist es für die eigene Gesundheit besonders bei einem sehr hektischen Alltag sehr wichtig, sich selbst und dem Körper ausreichend Ruhe- und Entspannungsphasen zu gönnen, um sich regenerieren zu können.

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