English China
Suchen

Hohes Risiko für Denguefieber im Sudan Wie sich Reisende gegen infizierte Mücken schützen können

Autor / Redakteur: Peggy Darius* / Christian Lüttmann

Mücken sind für viele nichts weiter als Plagegeister. Die asiatische Tigermücke ist aber eine wirkliche Gefahr. kann sie doch Träger und Überträger von Krankheitserregern wie dem Denguevirus sein. Die Verbreitung von Denguefieber ist in Asien und Lateinamerika gut dokumentiert. Nun haben Forscher der Universitätsmedizin Leipzig auch im afrikanischen Sudan eine Bestandsaufnahme dieser Erkrankung gemacht.

Firmen zum Thema

Die Tigermücke (Aedes albopictus) gilt als Überträger von Denguefieber und anderen Viruskrankheiten.
Die Tigermücke (Aedes albopictus) gilt als Überträger von Denguefieber und anderen Viruskrankheiten.
(Bild: CDC/ James Gathany)

Leipzig – Das Denguefieber ist eine Viruskrankheit, die von der Tigermücke (Aedes) von Mensch zu Mensch übertragen wird. Das Virus kommt weltweit in den Tropen und Subtropen vor und ist die häufigste von Insekten übertragene Krankheit. Schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Infektionen gibt es jährlich. Während man in vielen Ländern Asiens und Lateinamerika gut über die Verbreitung von Dengue Bescheid weiß, fehlen in Afrika genaue Zahlen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Leipzig untersuchten nun in Zusammenarbeit mit afrikanischen Fachkollegen die Verbreitung der Denguevirus-Infektion in Teilen des Sudan.

Bis zu neun von zehn Personen infiziert

Bei 60 bis 90 Prozent der untersuchten 483 Personen zeigten sich Hinweise auf eine oder mehrere frühere Denguevirus-Infektionen. Insgesamt gibt es vier verschiedene Denguevirus-Typen, eine Mehrfachansteckung ist möglich. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Dengue-Infektionen besonders stark in der Hafenstadt Port Sudan am Roten Meer verbreitet waren. Dort hatten sich über 90 Prozent der Erwachsenen mit dem Virus infiziert. Etwas weniger häufig war die Infektion in den sudanesischen Landesteilen Kassala und Nord-Kordofan.

„Fernreisende sollten sich immer über das Risiko einer Denguevirus-Infektion informieren und sich schützen. Das gilt für den Sudan, wie auch für andere tropische und subtropische Länder“, empfiehlt Prof. Dr. Christian Jassoy. Der Wissenschaftler ist Uni-Professor für Virologie an der Medizinischen Fakultät und arbeitet am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Leipzigs. Seine Wissenschaftlergruppe mit Tom Schüttoff und Dr. Sven Reiche forschte gemeinsam mit drei afrikanischen Fachkollegen im Sudan auf Initiative des in Leipzig promovierten Dr. Awadalkareem Adam. Unterstützung bekamen sie vom sudanesischen Gesundheitsministerium.

Was kann man tun?

Meist verläuft die Denguevirus-Infektion unbemerkt, entweder ohne oder nur mit leichtem Krankheitsgefühl. Bei etwa einem Drittel der Infizierten kommt es zu Fieber, starker Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und Hautausschlag. Die Krankheit heilt meist innerhalb einer Woche aus, jedoch kann die Erschöpfung mehrere Wochen anhalten. In seltenen Fällen führt die Infektion zu inneren Blutungen und einem Schock. Dann endet die Erkrankung ohne intensivmedizinische Versorgung mitunter tödlich.

„Der beste Schutz gegen die Denguevirus-Infektion ist das Einreiben mit Insektenschutzmittel“, so Jassoy. „Fernreisende kaufen diese am besten schon in Deutschland.“ Die Mücken brauchen Wärme, sodass man in klimatisierten Räumen vor den Mückenstichen sicher ist. In einigen Ländern Lateinamerikas und Afrikas wird seit kurzem gegen Dengue geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation hat dazu Empfehlungen herausgebracht, die Reisenden allerdings bisher noch keine Impfung nahelegen.

Originalpublikation:

Awadalkareem Adam, Tom Schüttoff, Sven Reiche, Christian Jassoy: High Seroprevalence of Dengue Virus Indicates that Dengue Virus Infections are Frequent in Central and Eastern Sudan . Tropical Medicine & International Health (2018), DOI: 10.1111/tmi.13116

* P. Darius, Universität Leipzig, 04109 Leipzig

(ID:45380231)