Worldwide China

Analytica mit allen Facetten des Labors

„Wir sind das Spiegelbild der Branche“

| Autor / Redakteur: Das Gespräch führte LP-Chefredakteur  Marc Platthaus / Marc Platthaus

„ Nirgendwo kann ein Besucher sich besser und schneller über seine Branche informieren als auf einer Fachveranstaltung wie der Analytica.“ Susanne Grödl, Projektleiterin Analytica, Messe München
„ Nirgendwo kann ein Besucher sich besser und schneller über seine Branche informieren als auf einer Fachveranstaltung wie der Analytica.“ Susanne Grödl, Projektleiterin Analytica, Messe München (Bild: Alex Schelbert / Messe Muenchen)

In Zeiten schwindender Besucherzahlen bei Messen, kann die Analytica mit Topwerten punkten. Warum das so ist und wie die zukünftige Ausrichtung der Leitmesse aussieht, beschreibt Projektleiterin Susanne Grödl im Meileistein-Interview.

LABORPRAXIS: Frau Grödl, mit welchen drei Attributen würden sie die Analytica kurz vor ihrem runden Jubiläum beschreiben?

Susanne Grödl: Obwohl wir im kommenden Jahr das 50-jährige Bestehen der Analytica feiern werden, also auf eine lange Geschichte zurückblicken können, ist „innovativ“ der erste Begriff, der mir in den Sinn kommt. Und da geht es neben der Messe sicher vor allem auch um die Branche Labor- und Analysentechnik. Ich kann mir kaum eine spannendere und innovativere Branche vorstellen, wenn ich an so globale Themen wie Lebensmittelsicherheit, innovative Wirkstoffe oder sauberes Trinkwasser denke. Die anderen beiden Attribute sind wahrscheinlich unserer vergleichsweise langen Historie geschuldet: allumfassend – denn wir bilden die Branche in ihrer gesamten Breite und Tiefe ab – und weltweit führend.

LABORPRAXIS: Weltweit führend ist ein gutes Stichwort: Wo sehen Sie die Analytica mittel- und langfristig?

Grödl: Es ist schon ähnlich wie im Sport: Die Nummer Eins zu werden ist einfacher als lange Jahre an der Spitze zu bleiben. Ich glaube, dass wir uns weiterhin mit einem guten Mix positionieren können. Auf der einen Seite sollen die Besucher gewohnte Formate wie die Analytica Conference oder unser Special zur Laborsicherheit bekommen. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch neue Themen adressieren wie die digitale Transformation des Labors und dies mit spannenden Messeformaten begleiten.

LABORPRAXIS: ...die Messe Analytica wird also auch in Zukunft ihren Schwerpunkt in der Präsenzveranstaltung haben und nicht in das Internet abwandern?

Grödl: Messe ist eine Plattform von Menschen für Menschen, der persönliche Austausch steht hier im Vordergrund. Nirgendwo kann ein Besucher sich besser und schneller über seine Branche informieren als auf einer Fachveranstaltung wie der Analytica. Und an keinem anderen Ort kann ein Vertriebsmitarbeiter so viele potenzielle Kunden in so kurzer Zeit umfassend informieren, wenn er möchte auch mit Geräte-Hands-on, wie auf einer Messe. Das heißt aber nicht, dass wir in den Zeiten zwischen zwei Veranstaltungen unsere Zielgruppe nicht mit diversen digitalen Produkten über die Analytica und, noch wichtiger, die Branche informieren.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person: Susanne Grödl

LABORPRAXIS: Viele Veranstaltungen klagen über stagnierende Besucherzahlen. Die Analytica ist bei diesen Kennzahlen gut aufgestellt. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe?

Grödl: Auch die Analytica hat in ihrer 50-jährigen Geschichte Höhen und Tiefen erlebt. Gerade um die Jahrtausendwende gab es eine Zeit, wo es der Labor- und Analysentechnik insgesamt nicht gut ging und das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Analytica gehabt. Insgesamt sind Messen natürlich auch ein Spiegelbild der Branche. Wenn also die Hersteller der Labor- und Analysentechnik gute Geschäfte machen, dann ist die Voraussetzung gegeben, dass eine etablierte Veranstaltung wie die Analytica auch gute Zahlen erreicht. Wichtig ist aber, dass wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen dürfen. Wir müssen immer wieder Besucher mit unserem eingeführten Konzept, ergänzt durch innovative Formate, überzeugen.

LABORPRAXIS: Ein Faktor für ihren Erfolg ist sicher auch die Kombination der Ausstellung mit der umfassenden Analytica Conference. Wie funktioniert dieses Zusammenspiel?

Grödl: Wir sind stolz darauf, dass die Analytica Conference die einzige Veranstaltung ist, in der die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) sowie die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) gemeinsam für ein wissenschaftliches Vortragsprogramm verantwortlich sind. Dies führt bei den mehr als 150 Vorträgen zu einer extremen Bandbreite der Themen, die von Energy & Fuels bis zu Foodomics reicht. Hier kann ich dann auch wieder auf das Attribut „allumfassend“ hinweisen. Doch auch bei der Confererence öffnen wir uns Trendthemen wie der Bioioformatik oder die Digitalisierung im Labor, welche wir gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Beirat in spannende Vortragsreihen einbauen wollen.

LABORPRAXIS: Ähnlich wie viele andere Industriezweige leidet auch die Labor- und Analysentechnik unter einem Fachkräfte-Mangel. Wie adressieren Sie dieses Problem?

Grödl: Wir haben uns schon seit einigen Jahren diesem Thema angenommen und den Messe-Freitag als Karrieretag ausgestaltet. Unser Partner Jobvector, spezialisiert auf die Vermittlung von naturwissenschaftlichem und technischem Personal, führt ein umfassendes Karriereplanungsprogramm durch, das gerade von Studenten extrem gut angenommen wird. Aus meiner Sicht müssen wir aber schon früher das Interesse für naturwissenschaftliche Berufe wecken. Daher bieten wir am Freitag auch immer eine spezielle Führung für Schüler an, die sie an die spannende Welt der Labor- und Analysentechnik heranführen soll. Formate wie der sehr beliebte Science Slam runden das Programm für junge Besucher ab.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44979851 / Messe & Veranstaltung)