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Sicherheit durch Hygiene

Wirklich sauber? Tipps für die richtige Laborglasaufbereitung und Umfeldhygiene

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Welches Reinigungsmittel für welche Verschmutzung?

Bei Reinigungsmitteln kommen unterschiedliche Wirkstoffe wie Alkalien, Bleichmittel oder Säure zum Einsatz:

  • Alkalische Reiniger dienen der Aufquellung und Entfernung protein-, fett-, und kohlenhydrathaltiger Rückstände und eignen sich somit auch gut zur Entfernung von Blut. Bei der Entfernung von Blut bzw. denaturiertem Blut sollte eine kalte Vorreinigung durchgeführt werden, damit eine Fixierung vermieden wird.
  • Alkalität in Verbindung mit Aktivchlor wird eingesetzt, um Nährbödenreste zu entfernen. Zudem entfernen Bleichmittel farbige Moleküle, z.B. Farbstoffe.
  • Saure Reiniger wirken gegen anorganische Salze, Kalk und Metallsalze und werden daher oft zur Entfernung von unerwünschten Belägen eingesetzt. Aber Achtung: Bei der sauren Vorreinigung bzw. Reinigung muss immer darauf geachtet werden, dass die Säurebeständigkeit des Spülgutes, der Maschine und der Abflussleitungen gegeben ist.

Eine Nassautoklavierung von Laborglas mit einem entsprechenden Reinigungsmittel vor der eigentlichen Reinigung hilft, eingebrannte Schmutzreste zu vermeiden. Abbildung 2 zeigt je nach Forschungs- bzw. Tätigkeitsgebiet typische Verschmutzungen und stellt beispielhaft einen dafür geeigneten Reiniger von Dr. Weigert vor.

Auch auf das verwendete Wasser kommt es an

Abb. 2: Übersicht über die je nach Forschungs- bzw. Tätigkeitsbereich typischen Verschmutzungen und jeweils beispielhaft geeignete Reiniger
Abb. 2: Übersicht über die je nach Forschungs- bzw. Tätigkeitsbereich typischen Verschmutzungen und jeweils beispielhaft geeignete Reiniger
(Bild: Chemische Fabrik Dr. Weigert)

Im Laborbereich werden je nach Anwendungsgebiet unterschiedliche Wasserqualitäten vorgegeben. Ob beispielsweise Reinstwasser, Ultra-Reinstwasser oder hochreines Wasser verwendet werden soll, ist abhängig vom Anwendungsgebiet und wird über verschiedene Normen, Leitlinien oder durch rechtliche Vorgaben definiert. Wenn es z.B. im Pharmabereich um die Herstellung von Arzneimitteln geht, wird die Pharmakopöe zu Grunde gelegt.

Einen wesentlichen Einflussfaktor auf das Reinigungsergebnis stellt der Grad der Gesamtwasserhärte dar (angegeben in °d bzw. mmol/l). Dieser ergibt sich über den Gehalt an gelösten Kalzium und Magnesium-Ionen aus der Karbonat- und Nichtkarbonathärte. Wird bei der Reinigung Wasser mit einem hohen Härtegrad verwendet, kann sich auf den gereinigten Oberflächen Kalk absetzen, was zu Belägen führt. Die im Wasser vorkommenden sonstigen gelösten Salze können bei einer Antrocknung auf dem Spülgut zu Wasserflecken führen. Je nach eingesetzter Wasserqualität (z.B. voll entsalztes Wasser oder enthärtetes Wasser), ergeben sich in Kombination mit den eingesetzten Reinigungsmitteln unterschiedliche Effekte, die auch Auswirkungen auf die Materialverträglichkeit und das Spülergebnis haben.

Visuelle Endkontrolle – worauf achten?

Nach der maschinellen oder manuellen Aufbereitung von Laborgläsern und Laborutensilien sollte eine Kontrolle folgender Faktoren er­folgen:

  • Sauberkeit: Sichtbare Ablagerungen auf den Laborgläsern und den Laborutensilien sind ein Indiz für einen fehlerhaften Aufbereitungsprozess, dessen Ursachen identifiziert und beseitigt werden
    müssen.
  • Trocknungsgrad: Unzureichend getrocknete Laborgläser werden im Trockenschrank bei 100 °C bis zur vollständigen Trocknung getrocknet.
  • Unversehrtheit: Defektes Labor­glas ist in den dafür vorgesehenen Behältern zu sammeln und entsprechend zu entsorgen.

Wo ist die Flächenreinigung und -desinfektion wichtig?

Grundsätzlich ist die Umfeldhygiene in jedem Labor von großer Bedeutung, da es im Rahmen von Versuchen und Tests zur Verunreinigung von Arbeitsumfeldern kommen kann, die ggf. zu Kontamination von Proben und Substanzen führt.

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A propos Kontamination

Zu den gefürchtetsten Kontaminationen speziell in Zellkulturen gehören übrigens Mycoplasmen.Tritt eine solche Infektion der Zellen in Erscheinung hilft es meist nur noch, die Kulturen zu verwerfen oder massiv mit Antibiotika zu behandeln. Daneben führen Nanobakterien und deren L-Formen sowie Hefen, Pilze und andere Bakterien häufig zu Problemen in der Zellkultur. Zwar wird in Zellkulturen-Anwendungen nahezu ausschließlich Einwegmaterial verwendet, aber Laborutensilien wie Pipetten, Stickstoffbehälter kommen natürlich trotzdem zum Einsatz und die Notwendigkeit einer außerordentlich peniblen Umfeldhygiene besteht ebenso auf der Laborbank und unter der Cleanbench.

Eine nachhaltige Reinigung bzw. Desinfektion von Laboroberflächen verhindert, dass einzelne Prozessschritte gefährdet werden. Die Flächendesinfektion spielt insbesondere u.a. in den Bereichen Mikrobiologie, Pathologie, Diagnostik, Histologie, Immunologie sowie in der Kosmetik-, Arzneimittel- und Lebensmittelproduktion eine Rolle. Zudem in allen Bereichen, in denen Personalschutz vor infektiösem Material (z.B. gentechnisch veränderte Organismen, Blutproben, pathogene Mikroorganismen) oder die Verhinderung einer Übertragung von Mikroorganismen (z.B. kosmetische Mittel, Arzneimittel usw.) notwendig sind.

Die Auswahl des richtigen Desinfektionsmittels richtet sich nach dem geforderten Wirkungsspektrum. Darüber hinaus gibt es einige grundsätzliche Anforderungen an ein Desinfektionsmittel, wie dessen Wirksamkeit bei bereits geringen Konzentrationen, was zugleich eine gute Wirtschaftlichkeit mit sich bringt. Weitere Anforderungen sind kurze Einwirkzeiten, gute Benetzungseigenschaften sowie Materialverträglichkeit.

Die vom Hersteller angegebenen Standzeiten sind zu beachten und nicht zu überschreiten. Die Haltbarkeit der Produkte ist regelmäßig zu prüfen. Zum eigenen Schutz sollten Handschuhe getragen werden.

* L. Ertl, B. Zielonka: Chemische Fabrik Dr. Weigert GmbH & Co. KG, 20539 Hamburg

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