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Autophagie

Neuer Ansatz für die Behandlung von Alzheimer

| Redakteur: Marc Platthaus

Wissenschaftler der Universität Mainz haben die Autophagie von Zellen untersucht. Die Erkenntnisse bieten Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer Konzepte gegen neurodegenerative Erkrankungen wie beispielsweise Alzheimer.

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Der nur 1 mm große, durchsichtige Fadenwurm C. elegans zeichnet sich unter anderem durch eine kurze Generationszeit und eine genau festgelegte Zellzahl aus und dient als Modellorganismus vor allem in der Entwicklungsbiologie, Genetik und Neurobiologie.
Der nur 1 mm große, durchsichtige Fadenwurm C. elegans zeichnet sich unter anderem durch eine kurze Generationszeit und eine genau festgelegte Zellzahl aus und dient als Modellorganismus vor allem in der Entwicklungsbiologie, Genetik und Neurobiologie.
(Bild: Andreas Kern)

Mainz – Neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimerkrankheit sind vielfach durch Proteinablagerungen im Gehirn gekennzeichnet. Diese bestehen aus fehlerhaften, unlöslichen Proteinen, die weder ihre Funktion erfüllen noch von der Zelle abgebaut werden können. Der Arbeitsgruppe um Univ.-Prof. Dr. Christian Behl vom Institut für Pathobiochemie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist es jetzt gelungen, mit dem so genannten RAB3GAP-Komplex einen neuen Faktor zu identifizieren, der den Abbau von Proteinen beeinflusst.

Die Wissenschaftler konnten ihn der Autophagie zuordnen, einem Prozess, in dem die Zelle eigene Bestandteile in ihre Komponenten zerlegt, um sie unschädlich zu machen oder wiederzuverwerten. Aus den Erkenntnissen ergeben sich neue Ansatzpunkte, um therapeutische und präventive Konzepte gegen neurodegenerative Erkrankungen entwickeln zu können.

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Autophagie: Zelle verdaut eigene Bestandteile

Das Team um Univ.-Prof. Dr. Christian Behl und Dr. Andreas Kern konnte zeigen, dass der RAB3GAP-Komplex den Abbauprozess von Proteinen entscheidend beeinflusst, indem er einen bedeutenden Faktor des zellulären Autophagienetzwerks darstellt. Autophagie bezeichnet einen Prozess, bei dem die Zelle eigene Bestandteile sozusagen verdaut – dies können überzählige oder geschädigte Organellen, wie Mitochondrien, sein, eingedrungene Erreger, wie Viren oder Bakterien, oder zytoplasmatische Makromoleküle.

Die Autophagie dient zum einen dem Wiederverwerten von Zellbausteinen und dem Energiegewinn, wird aber auch gezielt in Stresssituationen aktiviert. „Der kontrollierte Proteinabbau durch die Autophagie ist eine zentrale Säule der Proteinhomöostase, des komplexen Zusammenspiels von Synthese, Faltung und Abbau von Proteinen. Indem wir neue Faktoren dieses Prozesses identifiziert haben, konnten wir unser Verständnis für altersabhängige Störungen erweitern“, so Behl.

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Über den Autor

Marc Platthaus

Marc Platthaus

Chefredakteur, LABORPRAXIS - Mehr Effizienz für Labor & Analytik