Worldwide China

Triclosan

Wissenschaftler fordern: Triclosan gehört überwacht

| Redakteur: Marc Platthaus

Die Liste der prioritären Schadstoffe, die von den Behörden europaweit kontrolliert werden müssen, soll 2013 von derzeit 33 auf 48 Stoffe und Stoffgruppen erweitert werden. Die Chemikalie Triclosan ist jedoch nicht unter den neuen Kandidaten (Im Bild: Probenahme an einem Fluss).
Die Liste der prioritären Schadstoffe, die von den Behörden europaweit kontrolliert werden müssen, soll 2013 von derzeit 33 auf 48 Stoffe und Stoffgruppen erweitert werden. Die Chemikalie Triclosan ist jedoch nicht unter den neuen Kandidaten (Im Bild: Probenahme an einem Fluss). (Bild: André Künzelmann/UFZ)

Im kommenden Jahr soll die Liste der prioritären Schadstoffe, die europaweit untersucht werden, von derzeit 33 auf 48 Substanzen und Substanzklassen erweitert werden. Nach Ansicht von Forschern des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung gehört allerdings ein bedenklicher Stoff nicht dazu: Triclosan. Warum die Forscher dessen Aufnahme fordern, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Leipzig – Forscher aus Deutschland und der Slowakei haben darauf hingewiesen, dass die Chemikalie Triclosan zu den Stoffen gehört, die besonders schädlich für den ökologischen Zustand von Flüssen sind, die aber nicht ausreichend kontrolliert werden. Bei umfangreichen Messungen im Einzugsgebiet der Elbe, die über das übliche Monitoring hinausgingen, betrug die Konzentration der Chemikalie an zahlreichen Messpunkten bis zum Zwölffachen des Wertes, der für Algen ohne Wirkung wäre.

Von 500 untersuchten Schadstoffen belegte Triclosan, das in der Regel gegen Bakterien eingesetzt wird, damit Platz sechs der problematischsten Stoffe in Europa. Es sei daher notwendig, diesen Stoff in die Überwachungsprogramme aufzunehmen und regelmäßig europaweit zu kontrollieren, fordern die Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des Slowakischen Umweltinstitutes in einem Aufsatz.

Europaweite Kontrolle prioritären Schadstoffe erweitert

Die Liste der prioritären Schadstoffe, die von den Behörden europaweit kontrolliert werden müssen, soll 2013 von derzeit 33 auf 48 Stoffe und Stoffgruppen erweitert werden. Die Chemikalie Triclosan ist jedoch nicht unter den neuen Kandidaten. Sie ist seit 1972 auf dem Markt. 1998 wurden erste gravierende Wirkungen entdeckt. Bis heute wird Triclosan in Körperpflegemitteln (z.B. Zahnpasta) und Sporttextilien als Bakterienhemmer genutzt. Sorgen bereitet den Wissenschaftler auch die Tatsache, dass Triclosan inzwischen nicht nur in Lebewesen, die im Abwasser leben, sondern auch in menschlichem Plasma und in Muttermilch nachgewiesen werden konnte. Folgen, die über Schäden für Wasserorganismen hinausgehen, sind daher nicht auszuschließen.

EU-Forschungsprojekt gibt Vorschlägen, wie die Gewässerüberwachung verbessert werden kann

Rund 350 Tonnen Triclosan wurden 2005 in der EU verwendet. Überwacht wird es in großen Teilen Europas jedoch noch nicht. „Verbindungen, die nicht auf der Liste der prioritären Schadstoffe stehen, müssen nicht kontrolliert werden. Und Verbindungen, die nicht kontrolliert werden, kommen in der Regel nicht auf diese Liste, da zu wenig über deren Verbreitung bekannt ist“, erklärt Dr. Peter von der Ohe vom UFZ das Dilemma. Innerhalb des EU-Forschungsprojekt Modelkey haben Wissenschaftler daher mehrere hundert Schadstoffe in verschiedenen europäischen Flusseinzugsgebieten genauer unter die Lupe genommen und Vorschläge erarbeitet, wie die Überwachung der Flüsse in Sachen Chemikalien verbessert werden könnte.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 36402500 / Wissenschaft & Forschung)