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Autosampler Worauf achten? Sieben Tipps für den Autosampler-Kauf

| Autor / Redakteur: Guido Deußing* / Dr. Ilka Ottleben

Laboratorien, die sowohl heutigen Anforderungen genügen als auch künftigen Herausforderungen gewachsen sein wollen, sind gut beraten, Automatisierungspotenzial zu erschließen – nicht nur in der Probenaufgabe, sondern auch und vor allem in der Probenvorbereitung. Der vorliegende Beitrag bietet nützliche Tipps und Anregungen für den Kauf eines Autosamplers.

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Abb. 1: Wer bei der Anschaffung eines Autosamplers Wert legt auf langfristig größtmögliche Produktivität, sollte nicht allein auf den Probendurchsatz achten. Von Interesse ist ebenso die Möglichkeit, den Sampler dem Anforderungsprofil künftiger Anwendungen anpassen und modular erweitern zu können.
Abb. 1: Wer bei der Anschaffung eines Autosamplers Wert legt auf langfristig größtmögliche Produktivität, sollte nicht allein auf den Probendurchsatz achten. Von Interesse ist ebenso die Möglichkeit, den Sampler dem Anforderungsprofil künftiger Anwendungen anpassen und modular erweitern zu können.
(Bild: Gerstel)

Ein (GC/HPLC)-Labor, das heutige und künftige Anforderungen erfüllen will, zielt auf die Automatisierung zentraler manuell oder teilautomatisierter Arbeitsprozesse und Routinen ab, um beispielsweise die Produktivität auch bei wachsendem Probenaufkommen zu erhöhen, ohne Personal, Arbeitsplatz und Umwelt über Gebühr zu belasten. Die Probenvorbereitung, das Erstellen von Standardlösungen oder Verdünnungsreihen und nicht zuletzt die effiziente Probenaufgabe bieten einen sinnvollen Ansatz für den Einsatz leistungsfähiger Auto­sampler. Wer sich für die Automatisierung der damit verbundenen Arbeitsschritte interessiert, tut gut daran, sich über die verschiedenen am Markt verfügbaren Systeme und Anbieter zu informieren und Vergleiche anzustellen. Auch wenn der äußere Schein manchmal trügen mag: Auto­sampler ist nicht gleich Auto­sampler. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Oftmals sind es gerade die Feinheiten, die den Unterschied ausmachen.

Basisfunktionen eines Autosamplers bilden eine solide Grundlage

Ein moderner Autosampler auf Basis eines X-Y-Z-Roboters verfügt über die Möglichkeit, in drei Raumrichtungen zu agieren und sowohl klassische als auch ausgefallene Probenvorbereitungs- und Probeaufgabeschritte durchzuführen. Dabei kann es entscheidend für die Produktivität sein, ob der Sampler über zwei Werkzeuge verfügt, die es ermöglichen, zeitgleich mit etwa zwei unterschiedlich dimensionierten Spritzen zu arbeiten. Ebenso kann es von Interesse sein, den Sampler mit heiz- bzw. kühlbaren Probetellern bzw. Schubladen ausstatten zu können, um empfindliche Reagenz- und Probenlösungen über längere Zeiträume unter optimalen Bedingungen stabil zu halten oder Proben einer besonderen Wärmebehandlung zu unterziehen.

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Zu den häufig verwendeten Basisfunktionen eines GC/HPLC-Autosamplers zählen neben der Probenaufgabe und den obligatorischen Spül- und Reinigungsschritten, die Zugabe von Standards, Verdünnungs- und Derivatisierungsschritte. Weitere Möglichkeiten sind Extraktions-, Anreicherungs- und Aufreinigungstechniken wie die Flüssigflüssigextraktion, Festphasenextraktionstechniken (SPE), die Festphasenmikroextraktion (SPME), die Stir Bar Sorptive Extraction (SBSE) sowie unterschiedliche statische und dynamische Headspace-Techniken (HS/DHS). Auch wenn ein Anwender wohl kaum alle Techniken von vornherein benötigt, wäre es doch wünschenswert, ließen sich erforderliche Features nachträglich bei geändertem Anforderungsprofil hard- und softwareseitig ohne großen Aufwand einbinden.

Der kleine Unterschied kann entscheidend sein

Die Kür, die ein GC/HPLC-Autosampler vollbringt, kann maßgeblich sein für den Kaufentscheid. Inwieweit bietet das System etwa die Möglichkeit, mechanische Misch- und Trenntechniken in den Probenvorbereitungsprozess einzubinden, z.B. eine Zentrifuge, eine Mikrowelle oder einen Filtrierschritt? Und wie steht es um die Möglichkeit, Proben automatisiert zu vortexen, einzuengen sowie Lösungen und flüssige Extrakte einem Wäge-Schritt zu unterziehen? Solche Funktionen können das buchstäbliche Zünglein an der Waage sein, wenn es darum geht, manuelle Methoden idealerweise eins zu eins auf den Sampler zu übertragen oder komplette Arbeitsschritte und Routinen in die Nacht zu verlegen, wenn kein Laborpersonal anwesend ist.

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